Enkel von Helmut Kohl: Johannes Volkmann ist neu im CDU-Vorstand

6 Mai 2024

60 Jahre nach dem Großvater

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Johannes Volkmann - Figure 1
Foto RND

Johannes Volkmann, Enkel von Altkanzler Helmut Kohl, will beim CDU-Bundesparteitag in den Parteivorstand gewählt werden.

Quelle: Michael Kappeler/dpa

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• 4 Minuten

Er ist 26 Jahre alt und CDU-Kreisvorsitzender in Hessen. Und außerdem ist er der Enkel des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl. Auf dem CDU-Bundesparteitag rückte Johannes Volkmann nun in den CDU-Bundesvorstand auf.

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Berlin. Immer diese Frage nach dem Großvater. Johannes Volkmann ist Politik- und Volkswirtschaftler, CDU-Kreisvorsitzender des hessischen Lahn-Dill-Kreises. Und der CDU-Bundesparteitag hat ihn gerade als jüngstes Mitglied in den Bundesvorstand der Partei gewählt, das zweithöchste Parteigremium. Die Junge Union hat den 26-Jährigen nominiert und sein Landesverband Hessen.

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Aber dann ist da noch der Opa: Volkmann ist der Enkel des früheren Bundeskanzlers und Parteichefs Helmut Kohl, der über lange Jahre die CDU dominiert und die Partei schließlich mit der Spendenaffäre in eine große Krise gestürzt hat. Mit seinen Söhnen hatte sich Kohl in seinen letzten Lebensjahren so entzweit, dass kein Kontakt mehr bestand.

Johannes Volkmann - Figure 2
Foto RND
Wenn Volkmann auf Kohl angesprochen wird, wird er einsilbig

Volkmann wird etwas einsilbig, wenn er auf den berühmten Verwandten angesprochen wird. Der schafft Aufmerksamkeit, aber es ist eine abgeleitete Aufmerksamkeit. Seine politische Karriere will er als eigenständig wahrgenommen wissen. „Die Delegierten wählen Personen, keine Verwandtschaftsverhältnisse“, sagt er.

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Seine Eltern, Kohl-Sohn Walter und dessen erste Ehefrau Christine Volkmann, haben ihm den Politik-Prominenz-Nachnamen nicht gegeben, um ihm ein normaleres Leben zu ermöglichen. Dass Johannes Volkmann der Enkel Kohls ist, wurde öffentlich bekannt, als Volkmann vor drei Jahren 64.000 Euro bei der Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ von Moderator Günther Jauch gewann. Volkmann war da bereits Schülersprecher in seinem Giessener Gymnasium gewesen und Vize-Landesvorsitzender der hessischen Schülerunion. Er war der Jungen Union und der CDU beigetreten und 2019 für die Europawahl kandidiert. Volkswirtschaft und China-Studien in Friedrichshafen, Großbritannien und China studiert. Im Februar hat er den Kreisvorsitz der CDU Lahn-Dill übernommen.

Johannes Volkmann - Figure 3
Foto RND
Volkmann: „Mein Großvater ist seit sieben Jahren tot, aber seine politischen Werte leben weiter“

„Mein Großvater ist seit sieben Jahre tot, aber seine politischen Werte leben weiter“, sagt Volkmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das sind auch politische Werte, die ich teile. Das Bekenntnis zur europäischen Einigung, zu einem wehrhaften und geeinten Westen, ist so aktuell wie lange nicht mehr.“ Und er findet, auch Angela Merkel habe als Kanzlerin einen wichtigen Beitrag für Europa geleistet. Ein „differenzierter Blick“ auf die Altkanzlerin sei nötig, findet er und warnt auch vor einer Verklärung der Kohl-Regierungsjahre. „Eine ‚Früher war alles besser‘-Diskussion hilft uns nicht weiter. Das gilt für die den Blick auf die 80er-/90er-Jahre genauso wie für die Ära Merkel“, sagt Volkmann. Er empfiehlt: „Wir sollten nach vorne schauen.“ Der Zuordnung zu einem parteiinternen Lager vermeidet er damit.

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Im Bundesvorstand wolle er sich für Generationengerechtigkeit einsetzen, sagt Volkmann. Und das bedeute: das Einhalten der Schuldenbremse, eine Reform des Steuersystems, etwa mit der Abschaffung der Grunderwerbssteuer. Es sei wichtig, dass „der eigene Wohnerwerb wieder einfacher wird“.

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Bei seiner Vorstellung als Kandidat spricht er über Wirtschaftswachstum und Islamismus, er ruft: „Die Ampel muss weg.“ Seinen Großvater erwähnt er nicht.

Volkmann bekommt 627 Delegiertenstimmen, er rückt auf den 19. der 26 Vorstandsplätze. Seinem 2017 verstorbenen Großvater gelang der Aufstieg in das Gremium vor genau 60 Jahren mit damals 34 Jahren, neun Jahre später war er CDU-Vorsitzender.

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