1. FC Union Berlin: Trotz Klassenerhalt bleibt keine Zeit für Urlaub

23 Tage vor

Über Jahre hinweg war der 1. FC Union Berlin der Verein, der anderen Vereinen in Deutschland ein Beispiel gegeben hat, wie man aus ziemlich wenig in relativer kurzer Zeit ganz viel machen kann. Wie man flugs seine sportlichen Ziele nicht nur erreicht, sondern übertrifft, wenn man in der aufgeregten Welt des Fußballs mit kühlem Kopf, zugleich aber auch mit jeder Menge Leidenschaft und Mut zu Werke geht.

Union Berlin - Figure 1
Foto Berliner Zeitung

Vom Aufsteiger in die Bundesliga zum Champions-League-Klub – und das in gerade mal vier Jahren. Ja, die Eisernen haben vom Sommer 2019 bis zum Sommer 2023 eine viel bewunderte, in ganz Europa beachtete Erfolgsgeschichte geschrieben.

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Aus Siegertypen werden Zweifler

Im Sommer 2024 ist vom Bild des so eigenwilligen wie cleveren Underdogs, der sich auf nationaler Ebene scheinbar schon als Spitzenklub mit entsprechenden Umsatzzahlen (175 Millionen Euro) etabliert hat, indes nicht mehr viel übrig. Und das infolge einer fortwährenden sportlichen Krise, die aus Sicht der Eisernen auch unter Mithilfe der überforderten Konkurrenz (Köln, Bochum) sowie der Schützenhilfe der Bremer glücklicherweise nicht den Abstieg in die Zweite Liga zur Konsequenz hatte. Ja, Schwein gehabt.

Verfehlte Personalpolitik da (Trainer) wie dort (Kader), fehlerhaftes Krisenmanagement – so kann sich auch an der Wuhlheide wie andernorts halt schnell alles ins Gegenteil verkehren: Aus souverän wird unsouverän, aus lässig wird gereizt, aus Siegertypen werden Zweifler, aus dem einen oder anderen sogar ein Verlierer – was ja auch nur allzu menschlich ist. Auch in Köpenick ist man halt nicht vor derartigen Wendungen gefeit.

Union Berlin - Figure 2
Foto Berliner Zeitung
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So muss auch bei Union nach einer vermurksten Spielzeit nicht alles, aber doch so einiges hinterfragt werden, damit die „Lokomotive“ Profifußball alsbald wieder unter Dampf gesetzt werden kann. Präsident Dirk Zingler ist – wie er in einem Interview unmittelbar nach dem Spiel gegen Freiburg angedeutet hat – sich dessen bewusst, aber auch Oliver Ruhnert, der zurecht als Baumeister des sportlichen Erfolgs gefeiert, in den vergangenen Monaten aber auch zurecht für seine Fehlgriffe bei Neuverpflichtungen kritisiert wurde.

Ein neuer Trainer muss her

Um nicht eine weitere Saison zwischen Hoffen und Bangen erleben zu müssen, braucht es also eine unverblümte Analyse, wohl auch einen neuen fähigen Trainer, der den dringend notwendigen Relaunch des Kaders orchestriert und neue Ideen einbringt. Zudem womöglich einen neuen fähigen Manager, wenn der zuletzt auffällig zurückhaltende Ruhnert – wie von Präsident Zingler bereits angekündigt – tatsächlich eine andere Aufgabe im Klub übernehmen sollte. Das bedeutet: Union bleibt keine Zeit für Urlaub.

Schlussendlich bleibt im Hinblick auf die Pläne und Visionen der Eisernen inklusive des Um- beziehungsweise Neubaus des Stadions festzuhalten, dass der Klassenerhalt wichtiger war als die Qualifikation für die Champions League. Und vielleicht ist weniger für die Unioner ja besser als ganz viel, um auf Dauer in der Bundesliga glücklich zu werden.

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