Robert Fico: Slowakischer Premierminister Robert Fico nach ...

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Auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico ist geschossen worden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Berichten zufolge wurde der mutmaßliche Schütze festgenommen.

Robert Fico - Figure 1
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Aktualisiert am 15. Mai 2024, 16:33 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, AP, Reuters, als

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Auf den slowakischen Premierminister Robert Fico ist geschossen worden. © Radovan Stoklasa/​Reuters

Der Regierungschef der Slowakei, Robert Fico, ist nach einem Schusswaffenangriff in Lebensgefahr. Das teilten das slowakische Innenministerium und das Regierungsbüro mit. Demnach wurde er mit einem Hubschrauber nach Banská Bystrica gebracht. Der Transport nach Bratislava hätte angesichts der akuten Situation zu lange gedauert, teilte das Büro mit. In einem Post auf seiner Facebook-Seite hieß es, die nächsten Stunden seien entscheidend.

Fico war in der Stadt Handlová angeschossen worden. Der Regierungschef hatte sich Berichten zufolge dort nach einer auswärtigen Kabinettssitzung mit Anhängerinnen und Anhängern vor einem Veranstaltungsgebäude getroffen. Dann sollen die Schüsse gefallen sein. Der 59-Jährige sei in den Unterleib getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur TASR unter Berufung auf den stellvertretenden Parlamentsvorsitzenden Lubos Blaha. Der Sender TA3 berichtete von vier Schüssen, von denen einer Fico getroffen habe. 

Ein Verdächtiger sei in Gewahrsam genommen worden, berichteten ebenfalls mehrere Medien übereinstimmend. Über die Hintergründe des Angriffs ist demnach noch nichts bekannt. Auf Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Menschen nach den Schüssen wegliefen und ein Mann von Sicherheitsleuten zu Boden gerungen wurde.

Nach den Schüssen auf Robert Fico wurde ein Verdächtiger festgenommen. © Radovan Stoklasa/​Reuters

Der stellvertretende Parlamentspräsident Blaha bestätigte den Angriff während einer Sitzung im Abgeordnetenhaus und vertagte dieses auf unbestimmte Zeit, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete. Die Präsidentin des Landes Zuzana Čaputová sprach von einer brutalen Attacke und wünschte Fico eine schnelle Genesung.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verurteilte den Angriff auf Fico. "Die Nachricht vom feigen Attentat auf den slowakischen Ministerpräsidenten Fico erschüttert mich sehr", schrieb er auf X. In diesen Stunden sind meine Gedanken bei Robert Fico, den Angehörigen und den Bürgerinnen und Bürgern der Slowakei.

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Politiker verurteilen Angriff

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf X. "Solche Gewalttaten haben in unserer Gesellschaft keinen Platz und untergraben die Demokratie, unser höchstes gemeinsames Gut." EU-Ratspräsident Charles Michel schrieb: "Nichts kann jemals Gewalt oder derartige Angriffe rechtfertigen."

Fico hatte mit der Partei Smer im vergangenen Herbst die Parlamentswahl in der Slowakei gewonnen. Fico war bereits davor zweimal Regierungschef, wurde aber 2018 abgewählt. Vor wenigen Tagen hatte er der liberalen Opposition vorgeworfen, ein Klima der Feindschaft gegen die Regierung zu schaffen. Es sei nicht auszuschließen, dass es in einem solchen Klima irgendwann zu einer Gewalttat komme.

Handlová ist eine Kleinstadt mit rund 16.000 Einwohnern. Die Stadt befindet sich etwa 150 Kilometer nordöstlich von Bratislava nahe der tschechischen Grenze.

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