Bayern nach Pleite in Hoffenheim nur Dritter, Pavlovic umgeknickt

28 Tage vor

Stand: 18.05.2024 19:20 Uhr

Der FC Bayern München beendet die Bundesligasaison nach einer Niederlage in Hoffenheim nur auf Platz drei. Im Thomas Tuchels letztem Spiel musste EM-Fahrer Aleksandar Pavlovic verletzt vom Platz.

Bayern Hoffenheim - Figure 1
Foto Sportschau

Bei der 2:4 (2:1)-Niederlage der Bayern bei der TSG 1899 Hoffenheim drehte Hoffenheims Torjäger Andrej Kramaric mit drei Treffern in der zweiten Halbzeit die Partie (68. Minute, 85., 87.). Die ersten drei Tore waren früh und innerhalb von sechs Minuten gefallen. Mathys Tel (4.) und Alphonso Davies (6.) sorgten für einen Münchener Doppelschlag, Maximilian Beier (8.) verkürzte im Gegenzug nach einem Fehler von Manuel Neuer.

Tuchel verabschiedete sich also nach der ersten titellosen Saison seit 2012 mit einer weiteren Enttäuschung, der VfB Stuttgart klaute den Münchnern durch einen 4:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach noch den inoffiziellen Vizemeistertitel. "Es ist ein schlechter Abschluss", sagte Tuchel der Sportschau. "Nach einem sehr guten Start mit zwei Toren geben wir das Spiel komplett aus der Hand. Das ist uns viel zu oft passiert."

De Zerbi verlässt Brighton - Richtung München?

In die Suche nach einem neuen Bayern-Trainer könnte derweil neue Bewegung kommen, denn während der Partie gab der englische Erstligist Brighton & Hove Albion die Trennung von Trainer Roberto De Zerbi bekannt. Der Italiener wird in München als Kandidat gehandelt. Allerdings sagte Sportvorstand Max Eberl, angesprochen auf De Zerbis Abschied aus Brighton: "Für uns bedeutet das nichts."

Angesichts der schwierigen Trainersuche mit vielen Absagen übte Eberl Selbstkritik. "Ich bin selbst am meisten unzufrieden, dass es noch nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Unterschiedliche Gründe haben dazu beigetragen."

Wie es für Tuchel nach seinem definitiven Abschied aus München weitergeht, ließ er offen. "Wir haben mit niemanden gesprochen, keine anderen Pläne gemacht. Letzte Woche gab es ja sogar noch einmal ein Gespräch mit den Bayern. Jetzt schlafen wir ein paar Mal aus und lassen das erst einmal sacken, bevor wir uns Gedanken machen, wie es weitergeht."

Tel ersetzt bei Bayern Kane und trifft

Die Bayern waren in Sinsheim ohne zahlreiche Stars angetreten, unter anderem schonten sich die zuletzt angeschlagenen Nationalspieler Jamal Musiala und Leroy Sané. Harry Kane weilte wegen Rückenbeschwerden im Ausland und sicherte sich damit ohne weitere Aktionen die Torjägerkanone mit 36 Treffern.

Den frühen Führungstreffer der Bayern leitete Alphonso Davies mit einem starken Antritt und einer Flanke auf den zweiten Pfosten ein. Thomas Müller passte volley zurück vors Tor, wo Kane-Ersatz Tel den Kopf hinhielt. Müller lief zum 473. Mal für den FCB in einer Bundesliga-Partie auf, zog dadurch mit Bayern-Rekordspieler Sepp Maier gleich.

Neuer mit üblem Fehlpass

Tel hatte zuvor schon eine dicke Chance liegen gelassen und war auch am zweiten Treffer beteiligt. Der Angreifer spielte in den Lauf von Davies, der freistehend flach in die rechte Ecke traf.

Wieder nur wenige Momente später lud Neuer Hoffenheim zum Anschlusstreffer ein. Deutschlands Nummer eins spielte im eigenen Strafraum einen kapitalen Fehlpass. Andrej Kramaric verstolperte noch, legte dann aber Beier den Treffer auf.

Münchens Pavlovic humpelt vom Feld

Auch in der Folge ließen beide Abwehrreihen gute Chancen zu, Tore fielen aber zunächst nicht mehr. In der 34. Minute musste Tuchel wechseln, Pavlovic humpelte vom Platz. "Es ist eine Sprunggelenksverletzung", sagte Tuchel nach der Partie. "Aleks ist umgeknickt und wird in München untersucht, ob es was Schlimmeres ist." Für Pavlovic kam der 19 Jahre alte Kroate Lovro Zvonarek in die Partie.

Hoffenheim hielt die Begegnung weiter offen und kam in der zweiten Halbzeit nicht unverdient zum Ausgleich, Kramaric verwertete eine Vorlage von Ihlas Bebou aus kurzer Distanz. In der Schlussphase schlug Kramaric dann noch doppelt zu, schaffte damit einen lupenreinen Hattrick.

Hoffenheim spielt international

"Du schießt vier Tore gegen Bayern München hier zu Hause vor ausverkauftem Haus, qualifizierst dich für Europa - das ist ein toller Moment und verbunden mit extremen Emotionen", sagte TSG-Trainer Pellegrino Matarazzo der Sportschau. "Wie wir das Spiel gedreht haben, ist sinnbildlich für unsere komplette Saison mit Höhen und Tiefen, mit viel Widerstand, in der wir immer wieder aufgestanden sind. Das ist ein super Abschluss."

Nach dem Schlusspfiff warteten die Hoffenheimer noch gespannt auf den Ausgang der Partie Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig. Hätte die Eintracht noch einen weiteren Treffer kassiert, wäre die TSG noch auf Platz sechs geklettert inklusive Chancen auf einen Platz in der Champions League.

Frankfurt hielt jedoch das 2:2, sodass Hoffenheim die Saison auf Platz sieben beendet. Dieser berechtigt für einen Start in der Conference League, im Fall eines Pokalsiegs von Bayer Leverkusen sogar für einen Platz in der Europa League.

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