Ex-Verkehrsminister: Scheuer soll noch vor Bundestags-Aus zwei ...

11 Tage vor
Andreas Scheuer

Sein Bundestagsmandat hat Andreas Scheuer niedergelegt – und es allem Anschein nach gegen eine Karriere in der Wirtschaft eingetauscht. Der frühere Verkehrsminister hat sich selbstständig gemacht. Das ergab eine Recherche des Nachrichtenportals »Business Insider« . Aus den Handelsregisterunterlagen sei demnach ersichtlich, dass Scheuer bereits vor einigen Wochen zwei Firmen gegründet hat. Die Unternehmensgründungen deuten darauf hin, dass Scheuer künftig als Unternehmensberater tätig sein wird.

Bei den neuen Firmen handelt es sich um die Positanis Holding und die Tancredis GmbH. Zweck der Positanis Holding sei dem »Business Insider« zufolge »das Halten von Unternehmensbeteiligungen im eigenen Namen, auf eigene Rechnung und nicht als Dienstleistung für Dritte« sowie die »Verwaltung eigenen und fremden Vermögens«.

Die Holding scheint dementsprechend das Privatvermögen des Ehepaars zu verwalten, was Firmenbeteiligungen beinhaltet. Eine ebenjener Beteiligungen bezieht sich auf die zweite von Scheuer gegründete Firma. So soll die Tancredis GmbH die »Erbringung von Unternehmensberatungsleistungen und zugehörige Dienstleistungen« gewährleisten. Scheuer ist bei beiden Unternehmen als Geschäftsführer aufgeführt.

Es scheint, als wolle Scheuer seine Expertise und Beziehungen als ehemaliger Verkehrsminister in entsprechenden Branchen einbringen. Bereits im Oktober hatte das Logistikunternehmen Mosolf Group verlauten lassen, dass Scheuer Mitglied des Fachbeirats werden würde. Nur einen Tag nach Scheuers Ausscheiden aus dem Bundestag ließ das Unternehmen nun eine offizielle Mitteilung folgen. Mosolf ist ein wichtiger Dienstleister in der Autobranche.

Auch seitens des Logistikunternehmens lobt man die Erfahrung des CSU-Politikers: »Die Ernennung von Andreas Scheuer stärkt unsere strategische Ausrichtung, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung und Erschließung des asiatisch-pazifischen Marktes«, so Vorstandsvorsitzender Jörg Mosolf.

Kritik aus den eigenen Reihen

Als Minister stand Scheuer wegen der gescheiterten Pkw-Maut massiv in der Kritik – auch in der eigenen Partei wurde er danach von vielen als Belastung gesehen. 2019 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Pkw-Maut als rechtswidrig gestoppt. Damals war Scheuer Verkehrsminister. Der Bund musste in der Folge 243 Millionen Euro Schadensersatz an die einst vorgesehenen Betreiber zahlen.

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