Scholz und Rehlinger sichern Hochwasser-Betroffenen ...

28 Tage vor
Saarland
Überschwemmungen im Saarland Scholz sichert Betroffenen Unterstützung zu

Stand: 18.05.2024 13:13 Uhr

In Gummistiefeln hat Kanzler Scholz sich im Saarland selbst ein Bild von der Hochwasserlage gemacht. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Rehlinger sicherte er den betroffenen Menschen Unterstützung zu.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Hochwasser-Gebiete im Saarland besucht und mit den Menschen vor Ort gesprochen. Zuerst machte er sich in Gummistiefeln gemeinsam mit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger in dem Ort Kleinblittersdorf ein Bild von der Lage. Eigentlich war im Saarland eine SPD-Wahlkampfveranstaltung mit Scholz und Rehlinger geplant, die angesichts der Lage aber abgesagt wurde.

"Es ist erneut in aller Dramatik fassbar geworden, welche Gewalt die Natur hat, welche Zerstörung sie anrichten kann und wie sehr wir uns immer wieder auf solche Ereignisse vorbereiten müssen", sagte Scholz. Sowohl der Kanzler als auch die Ministerpräsidentin dankten den Einsatzkräften und unterstrichen besonders den Einsatz ehrenamtlicher und privater Helfer. Es sei wichtig zu sehen, "dass die Zusammenarbeit, die Hilfe und Unterstützung geklappt hat - was sowohl die staatlichen Organisationen auf verschiedener Ebene betrifft, aber auch die ehrenamtlichen Helfer", sagte Scholz. "Auf so was werden wir immer angewiesen bleiben." Rehlinger sprach von einer "unfassbaren Einsatzbereitschaft".

Keine Meldungen über Todesopfer

Heftige Regenfälle am Freitag hatten im Saarland und benachbarten Rheinland-Pfalz zu teils schweren Überschwemmungen geführt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) maß im Saarland stellenweise mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter in nicht einmal 24 Stunden. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Monat April waren im Saarland rund 74 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden - und dies war ein Sechstel mehr Niederschlag als normalerweise in dem Monat. 

Das Lagezentrum in Saarbrücken sprach von mehr als 3.000 registrierten Polizei- und Rettungseinsätzen bis zum frühen Morgen. Allein die Polizei im Saarland verzeichnete rund 1.000 Einsätze. Hinzu kommen nach Angaben des Innenministeriums mehr als 2.400 Einsätze von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe es Behörden zufolge keine Todesopfer gegeben, die im direkten Zusammenhang mit Regenfällen stünden. Allerdings habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Wie die Polizei mitteilte, sei bei einer Evakuierungsaktion ein Mensch ins Wasser gefallen und anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden.

Lage bleibt teilweise angespannt

Auch wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Morgen alle Unwetterwarnungen in Deutschland aufgehoben hatte, bleibt die Lage im Bundesland angespannt. Während laut Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz bei der Saar und ihren Nebenflüssen im Westen des Bundeslandes die sehr hohen Pegelstände weitgehend stagnierten, seien die Scheitelpunkte im Osten noch nicht erreicht. So könnte etwa der Pegel der Blies von etwa 3,50 Metern bei Blieskastel noch auf rund 4 Meter anwachsen.

Amtliche Hochwasser-Warnmeldungen gab es zudem für mehrere Orte im Kreis Merzig-Wadern. Die Landeshauptstadt Saarbrücken ebenso wie mehrere Kreise hatten zuvor bereits eine Großschadenslage ausgerufen.

Während an einigen Orten, wie etwa in Teilen von Ottweiler schon Aufräumarbeiten beginnen konnten, waren Helfer anderswo damit beschäftigt, noch Menschen in Sicherheit zu bringen. So musste im Raum Neunkirchen am Vormittag ein Altenheim mit rund 100 Bewohnern evakuiert werden. Die Menschen wurden in eine Notunterkunft gebracht.

Nach den Worten von Ministerpräsidentin Rehlingers gab es massive Schäden an der öffentlichen Infrastruktur sowie an privatem Eigentum. Sie betonte jedoch, dass das ganze Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar sei. "Wir können aber von erheblichen Schäden ausgehen." Die saarländische Landesregierung hat bereits erste Schritte für finanzielle Hilfen nach den Überschwemmungen eingeleitet. "Es soll niemand im Regen stehen bei dieser schwierigen Lage", sagte sie.

Und auch der Bundeskanzler sicherte dem Saarland die Solidarität des Bundes zu. Die akute Hilfe stehe im Vordergrund, so Scholz. "Wenn wir den Schaden besser überblicken können, wird es auch darum gehen, was zu tun ist, um den Menschen zu helfen." Alle könnten sich aber darauf verlassen, "dass das im besten Sinne geschieht", versicherte der SPD-Politiker, ohne konkreter zu werden.

Hochwasser auch in Rheinland-Pfalz und in Frankreich

Von den Unwettern mit Starkregen waren neben dem Saarland auch weitere Gebiete in Südwestdeutschland sowie in Frankreich und Luxemburg betroffen. So kam es etwa in Teilen der Landkreise Trier-Saarburg und Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz nach Behördenangaben zu Überschwemmungen. Wegen einer defekten Staustufe in Detzem in Trier-Saarburg könne es laut Kreisverwaltung zudem an der Mosel zu einem Rückstau und somit zu Hochwasser an den vorliegenden Gemeinden kommen. Die Einsatzkräfte wurden hier den Angaben nach weiter aufgestockt.

Am Nachmittag will die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Hochwassergebiet im Kreis Südwestpfalz besuchen und sich ein Bild der Lage machen.

In der französischen Region Moselle in Lothringen gilt weiterhin die Alarmstufe Rot für Überschwemmungen. Der Wetterdienst Metéo France berichtete von "außergewöhnlichem Hochwasser" des Saar-Nebenflusses Nied und von "starkem Hochwasser" an mehreren Flüssen im Nordosten der Region an der Grenze zu Deutschland. Im Department Bas-Rhin rund um Straßburg herrscht demnach Warnstufe Orange, also die zweithöchste Stufe. 

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