Esprit-Insolvenz: So geht es mit dem Delmenhorster Modegeschäft ...

27 Tage vor

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Foto WESER-KURIER
Einzelhandel vor Ort Esprit-Insolvenz: So geht es mit der Filiale in Delmenhorst weiter

Der Modekonzern Esprit befindet sich in einer Krise. Welche Auswirkungen das auf Delmenhorst hat und wieso der Franchisenehmer entspannt bleibt.

Den Esprit in der Innenstadt von Delmenhorst soll es auch weiterhin geben. ”Notfalls in Zukunft unter einem anderen Namen”, erklärt der Inhaber. Ingo Möllers

Der Modekozern Esprit befindet sich in einer finanziellen Krise. Das Unternehmen hat für seine Obergesellschaft, die Esprit Europe GmbH, sowie sechs weitere deutsche Tochtergesellschaften Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Düsseldorf eingereicht. Diese Nachricht wurde von Esprit am Mittwoch in einer offiziellen Mitteilung bekannt gegeben. Der Verkauf, so heißt es, soll bis auf Weiteres fortgeführt werden. Die 1500 betroffenen Mitarbeiter in Deutschland seien informiert worden.

So ist der Stand in Delmenhorst

Bernhard Broermann ist Franchisenehmer von Esprit in der Fußgängerzone in Delmenhorst. Er kann bestätigen, dass er vom Unternehmen über die Insolvenz informiert wurde. Er stellt gegenüber unserer Redaktion aber klar: "Wir sind ein rechtlich selbstständiges Unternehmen und von der Insolvenz nicht betroffen." Seine Mitarbeiter würden kein Insolvenzgeld erhalten und der Betrieb ganz normal weitergehen.

Franchisenehmer sind Unternehmer, die eine Lizenz oder ein Recht erwerben, ein etabliertes Geschäftskonzept oder eine Marke zu nutzen. Sie betreiben ihr eigenes Geschäft unter dem Namen und nach den Standards des Franchisegebers. Im Gegenzug zahlen sie Gebühren und folgen den Richtlinien des Franchisegebers.

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Broermann rechnet mit keinen Problemen in Delmenhorst

Trotz der Insolvenz des Konzerns glaubt Broermann nicht, dass es vor Ort zu Probleme kommen wird. "Wir haben unsere Bestellungen bereits getätigt, diese wurden auch bestätigt. Wir bekommen unsere Ware. Erst kürzlich haben wir bereits für den November Aufträge erteilt, das machen wir immer sechs Monate im Voraus", erklärt der Geschäftsmann.

Esprit hat uns versichert, dass es weitergehen wird.

Laut einer Erklärung des Unternehmens ist das Hauptziel, das europäische Geschäft, das maßgeblich von Deutschland aus geführt wird, zu restrukturieren und zukunftsfähig zu machen. Esprit hat bereits Gespräche mit einem interessierten Finanzinvestor geführt, und die Verhandlungen über den Erwerb der Markenrechte für Europa befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

"Esprit ist eine weltweit bekannte Marke für Mainstream-Mode, die aber seit geraumer Zeit unter sinkenden Umsätzen, verbunden mit zahlreichen Umstrukturierungen und Managementwechseln leidet", sagte Insolvenzverwalter Christian Geloff, der sich gemeinsam mit Christian Stoffler um die Sanierung des Unternehmens kümmern soll. Im April mussten schon die beiden Tochtergesellschaften in der Schweiz und in Belgien Insolvenz anmelden.

Geschäft soll es so oder so weiter in Delmenhorst geben

Derweil versichert Broermann, dass er auch im Falle einer Esprit-Schließung dem Standort in der Fußgängerzone von Delmenhorst treu bleiben würde. "Wir würden vor Ort bleiben und den Namen ändern. Aber uns wird zugesichert, dass das Geschäft weiterlaufen wird. Ich gehe nicht davon aus, dass sich etwas ändern wird."

Das ist eine gute Nachricht für die City. Denn in den vergangenen Monaten haben gleich etliche Bekleidungsgeschäfte der Fußgängerzone den Rücken gekehrt. Erst im Mai vergangenen Jahres hatte Mode-Riese H&M seinen Standort an der Langen Straße aufgegeben. Begründet wurde die Schließung mit wirtschaftlichen Gründen. Kurz darauf zog sich die Kette Gerry Weber, die damals Insolvenz angemeldet hatte, aus Delmenhorst zurück. Als Grund wurde angegeben, zukünftig die Partnerschaft mit Handelskunden im Großhandelsgeschäft zu stärken und im Gegenzug eine erhebliche Reduzierung des eigenen Filialnetzes in Deutschland vorzunehmen.

Broermann fühlt sich in der Innenstadt wohl

Auch das Übergrößen-Geschäft Modeline 44 sowie das Modegeschäft "Colors of Life" am Alten Schweinemarkt wurden geschlossen. Inhaberin Sabine Wefer erklärte die Innenstadt öffentlich für Tod, da es keine Laufkundschaft gebe. Das sieht Esprit-Franchisenehmer Broermann offenbar aber nicht so. "Wir fühlen uns hier wohl", macht er deutlich.

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