Fußball-WM 2022: Deutschlands Spieler halten sich bei Teamfoto den Mund zu

Fußball-WM 2022: Deutschlands Spieler halten sich bei Teamfoto den Mund zu

Die DFB-Auswahl sendete damit sehr offensichtlich ein Zeichen an den Fußball-Weltverband (Fifa), der in Katar die »One Love«-Kapitänsbinde von Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte. Neuer trug stattdessen am Mittwoch im Chalifa-International-Stadion in Al-Rajjan die von der Fifa vorgegebene »No Discrimination«-Binde, die gegen Diskriminierung jeder Art stehen soll.

»Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt«, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bei Twitter mit: »Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar.« Die sollte laut Aussage des Verbands »selbstverständlich sein. Ist es aber leider immer noch nicht. Deshalb ist uns diese Botschaft so wichtig. Uns die Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht.«

Die Fifa hatte sportliche Sanktionen angedroht für den Fall, dass die mehrfarbige »One Love«-Kapitänsbinde bei den WM-Spielen in Katar doch getragen wird. Der DFB verzichtet daher wie alle an der Kampagne teilnehmenden Nationen auf die geplante Aktion.

»Die Fifa arbeitet mit Einschüchterung und Druck«

»Die Fifa arbeitet mit Einschüchterung und Druck, das muss man zunächst konstatieren«, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in der ARD. »Ich stehe zu allem, was ich gesagt habe zum Thema Menschenrechte. Wir sind in der Opposition zur Fifa, das ist ganz wichtig, dass das hier deutlich wird. Wir müssen überlegen, welche Schlüsse wir daraus ziehen.«

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte in der Debatte wenige Stunden vor dem deutschen WM-Auftakt um mehr Verständnis aus der Heimat für die Spieler geworben. »Letztlich bekommen die Spieler immer wieder Kritik ab. Das tut natürlich an der einen oder anderen Stelle weh, weil man denkt: Wann ist es genug und wann kann ich mich auf die WM konzentrieren«, sagte Bierhoff am Mittwoch in der ARD.

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