„Solche Fußballer werden nicht mehr produziert“: Presse adelt Toni ...

28 Tage vor

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Toni Kroos - Figure 1
Foto REAL TOTAL

VermischtesToni Kroos hinterlässt auch bei der Presse in Madrid mit seinem Entschluss des baldigen Karriereendes für Bedauern. Die Sportzeitungen MARCA und AS widmen ihre Titelseiten Reals Spielgestalter, der auf ein besonderes Podest gehoben wird.

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Toni Kroos ziert am Mittwoch die Titelseiten von MARCA und AS

Madrider Sportzeitung titelt auf Deutsch: „Danke Toni“

MADRID. Zehn Jahre beim großen Real Madrid, doch die Titelseiten gehörten ihm nur allzu selten – und das, obwohl die Sportzeitungen Tag für Tag erscheinen. Toni Kroos war als Königlicher seit der Saison 2014/15 keiner, der sich in den Vordergrund drängte. Sondern einer, der es sich zur Aufgabe machte, etwa mit seinen maßgeschneiderten Zuspielen andere glänzen zu lassen. Und somit anderen auf die Cover von MARCA und AS, den beiden großen Gazetten in der spanischen Hauptstadt, zu verhelfen.

Die Male, als der inzwischen 34 Jahre alte Mittelfeld-Genie selbst mal derart in die Schlagzeilen der Printmedien geriet, konnte und kann man vom Gefühl her an einer Hand abzählen. Doch jetzt ist es mal wieder so weit, weil Kroos die Öffentlichkeit am Dienstag darüber unterrichtete, dass es das demnächst gewesen sein wird. Er verlässt Real, hört nach der Europameisterschaft dann auch ganz mit dem Fußball auf. Ein zweifellos ganz Großer der Geschichte dieses Sports tritt ab, im Estadio Santiago Bernabéu hat er seinen letzten Auftritt am Samstag gegen Real Betis (21 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker und bei DAZN).

„Danke Toni“, titelt AS auf Deutsch, während MARCA für seine Frontseite ein Foto der Beine des scheidenden Routiniers mit den ikonischen Adidas Adipure 11Pro wählte. Ein über zehn Jahre altes Modell, das er als Königlicher aber eh und je trug. In Anlehnung daran schreibt MARCA nun: „Fußballer wie Kroos werden nicht mehr produziert.“

„Toni Kroos war nie wie die anderen“

In dem in Spanien auflagenstärksten Sportblatt steht geschrieben: „Ein Champions-Finale im Wembley-Stadion und eine Europameisterschaft in Deutschland. Es ist das von Toni Kroos gewählte Ende, um seiner legendären Karriere ein Ende zu setzen. Es ist offensichtlich, dass Kroos sich entschieden hat, sich vom Fußball zurückzuziehen, bevor der Fußball ihn verlässt. Im Leben können wir meist nur wählen, wann und wie unsere Geschichten beginnen. Wir können nicht beeinflussen, wann und wie sie enden, aber Toni Kroos war nie wie die anderen. Kroos war derjenige, der nach dem Ball verlangte, als die anderen ihm auswichen. Kroos war derjenige, der das Spiel beruhigte, als der Rest es eilig hatte. Kroos war derjenige, der stand, als der Rest nur noch rennen konnte. Daher ist es einigermaßen logisch, dass Kroos geht, obwohl der Rest des Fußballs geblieben wäre.“

Toni Kroos - Figure 2
Foto REAL TOTAL
„… dann liegt das zum Teil an Toni Kroos“

Die Nummer 8 hinterlasse eine Lücke, die „enorm“ sei, „denn ein konkreter Nachfolger ist nicht in Sicht – bezogen nicht nur auf Real Madrid, sondern den Fußball allgemein. Wenn wir sagen, dass Real Madrid die Mannschaft ist, die Nackenschläge am wenigsten bemerkt, dann liegt das zum Teil an Toni Kroos. Wenn wir sagen, dass Real Madrid das chamäleonartigste Team ist, liegt das zum Teil an Toni Kroos. Wenn wir sagen, dass Real Madrid die Mannschaft ist, die die Ära des hohen Drucks am besten überstanden hat, dann liegt das zum Teil an Toni Kroos. Wenn wir sagen, dass Real Madrid die Mannschaft ist, die diesen Wettbewerb am besten versteht, dann liegt das zum Teil an Toni Kroos“.

Die Bedeutung „von so historischen Spielern wie Kroos“ solle man „nicht unterschätzen. Real Madrid hat das Wichtigste: die Legende. Aber es braucht Fußballer, die wissen, wie man sie einsetzt, damit sie in jeder Partie für alle Gegner sehr präsent ist. Toni Kroos war einer von ihnen. Und es war immer auf seine Art. Man muss sehr gut sein, um mit 34 Jahren seinen besten Fußball zu zeigen. Und umso besonderer, damit du trotzdem verstehst, dass es dein Moment ist, um Abschied zu nehmen“.

„Schuhe Symbol des Widerstands gegen modernen Fußball“

In unter zwei Wochen wird die Trennung bereits vollzogen sein. „Die Madridistas können die letzten Tropfen seiner fußballerischen Exzellenz in vollen Zügen auskosten. Alles, was man jetzt noch tun kann: Den Schiedsrichter seines letzten Spiels darum bitten, nicht abzupfeifen und Toni für alles zu danken. Danke für jeden millimetergenauen Pass, der in der Bewegung zu einem Gedicht wurde, für jeden Ratschlag an die jüngeren Spieler oder dafür, dass du deine Einfachheit in Kunst verwandelt hast. Und für deine Schuhe, die das Symbol des Widerstands gegen den modernen Fußball waren. Ein Zeichen der Rebellion bis zu deinem letzten Tag, weil du dich in ihnen wohlfühlst. Er war immer anders. Einzigartig. Und er war auch einzigartig bei seinem Abschied. Er hat versprochen, dass er auf dem Höhepunkt seines Könnens in den Ruhestand geht – und Toni hält immer seine Versprechen“, zollt MARCA dem gebürtigen Greifswalder Anerkennung für das gehaltene Wort.

Toni Kroos auf Podest mit Luka Modrić und Zinédine Zidane

Der Fußball würde „mit dem Abschied eines Professors des Balls“ geradezu verwaisen, heißt es seitens AS: „Ein Spieler, der den Fußball mit der Klarheit eines Wissenschaftlers und der Intelligenz eines Mathematik-Professors sah. Ein Spieler, der die Eleganz zu einem unvergleichlichen Stil machte. Die Nummer 8 hat zehn unvergessliche Jahre im Rampenlicht gestanden. Im Bernabéu wird sein wunderbares Jahrzehnt für immer in Erinnerung bleiben, bis er neben (Luka) Modrić und (Zinédine) Zidane noch zu den besten Mittelfeldspielern in den 122 Jahren der heiligen Geschichte von Real Madrid gekrönt wurde. Kroos war sogar intelligent genug, um zu wissen, wie er seinen Abschied wählen sollte. Das Schwierigste im Leben ist es, sich rechtzeitig zu verabschieden. Toni hat sich entschieden, das auf seinem fußballerischen Everest zu tun. Kroos verlässt den Fußball, das wird schwer zu akzeptieren sein. Weg ist das Metronom, weg ist die künstliche Intelligenz in den Schuhen, weg ist ein einzigartiger Spieler seiner Art. Ohne dich wird nichts mehr so sein wie früher.“ Zumindest eines schon: Die Titelseiten überlässt er anderen – als verdienter Fußball-Rentner erst recht.

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