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Smudo, Corona-Kontakttracking und die Luca-App: "Konzerte sind der Endgegner"

Zusammen mit einem Startup haben die Fantastischen Vier eine Kontaktnachverfolgungs-App entwickelt, die Öffnungsschritte besser absichern könnte.

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Zusammen mit einem Startup haben die Fantastischen Vier eine Kontaktnachverfolgungs-App entwickelt, die Öffnungsschritte besser absichern könnte.

Erst wurde die Luca-App nur vereinzelt in Talkshows erwähnt, spätestens seit der Anne-Will-Sendung vom vergangenen Sonntag ist sie in aller Munde. Dort stellte Smudo (52) von den Fantastischen Vier das von ihm mitentwickelte Kontaktnachverfolgungs-System "Luca" genauer vor.

Die App weckt die Hoffnung, eine schnellere und genauere Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen und so auch Öffnungsstrategien aus dem seit Herbst andauernden Lockdown zu begleiten. Das große Ziel: Trotz Öffnungen soll das Infektionsgeschehen des Coronavirus [1] SARS-CoV-2 nicht wieder aus dem Ruder laufen.

Scannen, besuchen, Nachverfolgung erleichtern

Gegenüber der dpa erklärte Smudo: "Ich bin davon überzeugt, dass Luca uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird." Mit der App könnten etwa Besucher von Restaurants oder Kinos digital einchecken – hierfür werden QR-Codes erstellt, die von Besucherinnen und Besuchern gescannt werden. Auch lassen sich mit der App private Treffen dokumentieren.

Bei einer Corona-Infektion fänden die angeschlossenen Gesundheitsämter dann schneller entsprechende Kontaktpersonen – das ist zumindest das Ziel des Systems. Den Verwaltungsaufwand von Kontaktdaten würde aber auch für gastronomische Betriebe und andere Einrichtungen nahezu entfallen. Einige Landkreise und ihre Gesundheitsämter arbeiten bereits mit der App.

[2]

Wie auch bei der Corona-Warn-App des Bundes setzt die Luca-App nicht auf Zwang. Infizierte Personen können ihre Besuchshistorie der letzten 14 Tage digital freigeben und direkt mit dem Gesundheitsamt teilen. Dazu sind sie aber nicht verpflichtet. Eine genauere Analyse der Datenschutzstandards der App wird auf heise online folgen.

Konzerte noch in weiter Ferne

Das System könnte langfristig auch bei Musikveranstaltungen zum Einsatz kommen. "Konzerte sind natürlich der Endgegner. Körper an Körper zu stehen und einem Künstler zuzujubeln, das wird bis nächstes Jahr bestimmt nicht funktionieren. Das ist meine persönliche Einschätzung", erklärte Smudo. Die App wurde zusammen mit dem Berliner Startup neXenio GmbH gegründet – einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts.

Das "Luca"-System könnte bei den Beratungen von Bund und Ländern an diesem Mittwoch in Berlin zur Sprache kommen. Dort soll erneut darüber beraten werden, ob und wie der aktuelle Lockdown fortgeführt wird. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte sich als Gast bei Anne Will bereits offen für Luca als weitere digitale Lösung in der Coronavirus-Pandemie gezeigt – als Unterstützung der Corona-Warn-App.

Dass die Corona-Warn-App des Bundes eine Kontaktnachverfolgung wie Luca bisher nicht implementiert hat, wurde in der Sendung unter anderem von Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar infrage gestellt. Die enormen Kosten der App wurden in diesem Zusammenhang erneut stark kritisiert. Der Kanzleramtsminister reagierte auf die Kritik mit der Gegenfrage: "Warum muss denn alles der Staat anbieten?"

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte sich im November gegen ein mit der Luca-App vergleichbares Check-in-Instrument innerhalb der Corona-Warn-App entschieden [3], weil dies laut BMG dem Ansatz "der Freiwilligkeit" und auch dem Gebot der Datensparsamkeit entgegenstehe.

Weitere Kosten für Betrieb der Corona-App
[4]

URL dieses Artikels:https://www.heise.de/-5068938

Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/thema/Coronavirus[2] https://www.heise.de/news/Corona-Pandemie-Datenschutz-darf-dem-Virus-nicht-zum-Opfer-fallen-5047604.html[3] https://www.heise.de/news/Corona-Warn-App-Kontakt-Tagebuch-ja-Restaurant-Check-in-nein-4950947.html[4] https://www.heise.de/news/Weitere-Kosten-fuer-Betrieb-der-Corona-App-4786059.html[5] mailto:kbe@heise.de

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