WM 2022: "Wollen erreichen, was die Schweiz noch nie erreicht hat"

Glanz haben die durchaus hochgehandelten Schweizer während ihres Turnierauftakts am Donnerstag nicht versprüht, mit dem zähen 1:0 gegen Kamerun aber ihre Pflicht erfüllt. Ab jetzt dreht sich bei den Eidgenossen alles um den nächsten Gegner Brasilien.

Der Schweizer Kapitän Granit Xhaka gibt sich angriffslustig.

Der Schweizer Kapitän Granit Xhaka gibt sich angriffslustig. IMAGO/Sven Simon

Aus Katar berichtet Sebastian Wolff

Granit Xhaka macht kein Hehl aus den Ambitionen der Schweiz. "Wir wollen hier etwas erreichen, was die Schweiz noch nie bei einer Weltmeisterschaft erreicht hat."

"Es war auch ein bisschen Nervosität dabei"

Dass ein Erfolg gegen den vermeintlichen Außenseiter Kamerun in der anspruchsvollen Gruppe G dafür Pflicht war, ist allen bewusst. Und hat zumindest in den ersten 45 Minuten sichtbar gehemmt. "Wir haben einfache Fehler gemacht, es war auch ein bisschen Nervosität dabei", räumt Xhaka ein, "aber das ist bei einem ersten Spiel fast normal."

Nun steht die bedeutende zweite Partie an. Am Montag in Doha gegen den Rekord-Weltmeister. "Brasilien ist nicht nur für mich der Favorit bei diesem Turnier", sagt Xhaka. Der Arsenal-Profi aber versichert mit überzeugter Miene: "Wir freuen uns total darauf. Wir müssen sie ärgern. Wir haben das schon einmal getan." 2018 bei der WM in Russland gab es in der Gruppenphase ein 1:1, eine Wiederholung würde eine günstige Ausgangslage bescheren vor dem entscheidenden und ebenfalls hochbrisanten letzten Gruppenspiel gegen Serbien.

"Unsere Entwicklung ist kein Zufall"

Nur dabei sein ist für die Schweiz längst nicht mehr genug. "Unsere Entwicklung", findet Xhaka, "ist kein Zufall. Wir sind immer bei den großen Turnieren dabei, haben zuletzt immer die K.o.-Runde erreicht." Bei den Weltmeisterschaften in Brasilien und in Russland war jeweils das Achtelfinale Endstation, bei der jüngsten Europameisterschaft erst im Viertelfinale nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Spanien Schluss. "Das", sagt der 30-jährige Arsenal-Profi, "spricht für die Ausbildung in unserem Land."

Den aktuellen Kader sieht er am Höhepunkt angekommen und reif für ein weiteres, wenn möglich gar für das Ausrufezeichen: "Wir haben eine super Mannschaft. Die Mischung stimmt, weil wir junge, hungrige Spieler haben, aber auch genug Erfahrene, die in großen Ligen spielen." Er selbst etwa verdient sein Geld in der Premier League.

"Klar ist: Wir haben Träume"

Das Rezept für die kommenden Tage lautet dennoch Zurückhaltung: "Wir wollen jetzt gar nicht so viel darüber reden, was wir alles erreichen wollen", sagt Xhaka, und deutet doch an, dass es Großes sein soll: "Klar ist: Wir haben Träume."

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