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Schalke 04 feuert Trainer Gross nach 1:5-Pleite in Stuttgart

Beben auf Schalke: Der Fußball-Bundesligist trennt sich von Trainer Christian Gross und vier weiteren wichtigen Mitarbeitern. Namen der Nachfolger machen bereits die Runde. Trainer Gross zeigt sich in einem ersten Interview enttäuscht.

Der beim FC Schalke 04 nach nur zwei Monaten entlassene Trainer Christian Gross hat enttäuscht auf seinen Rauswurf reagiert. Er habe weiterhin das Gefühl gehabt, „dass sich die Mannschaft entwickelt“, sagte er der Schweizer Boulevardzeitung „Blick“. „Dass wir sportlich auf dem richtigen Weg waren und Fortschritte machen.“ Der Schweizer gilt als einer der erfolgreichsten Trainer seines Landes.

„Selbst in Stuttgart, wo das Resultat so brutal ausfiel, spielten wir phasenweise in der zweiten Halbzeit richtig gut“, sagte Gross. Die Schalker hatten die Partie am Samstag mit 1:5 verloren. „Wenn wir den Penalty zum 3:2 versenken, bin ich überzeugt, dass wir noch einen Punkt geholt hätten.“

Gross sei am Sonntagmorgen vom ebenfalls geschassten Sportdirektor Jochen Schneider telefonisch von seiner Entlassung informiert worden. „Es war der Abschluss von zwei unglaublichen Tagen“, sagte Gross. Zuvor gab es Medienberichte, nach denen die Schalker Spieler offen gegen den Trainer rebelliert haben sollen. Es habe Beschwerden über das planlose Training unter Gross gegeben, der Coach soll Namen der eigenen Spieler ständig verwechselt haben. „Ich habe mich am Samstagmorgen mit Jochen Schneider unterhalten – er sagte mir explizit, bei ihm sei kein Spieler gewesen“, sagte der Coach zu „Blick“.

„Würde im Winter nicht mehr die gleichen Spieler holen“

Über die Wintertransfers Sead Kolasinac, Shkodran Mustafi und Klaas-Jan Huntelaar sagte Gross, „er würde im Winter nicht mehr die gleichen Spieler holen“. Alle drei habe man zwar nur bekommen, weil sie Verletzungsprobleme hatten, andererseits seien sie einfach zu selten einsetzbar gewesen. Pikant: Kolasinac, Mustafi und Huntelaar waren in manchen Medien als Rädelsführer der Revolte gegen Gross genannt worden.

„Es zeigt einfach, dass es im Umfeld einer Mannschaft Strömungen geben kann, die über das Fussballerische hinausgehen“, sagte Gross zu den Berichten. Angesprochen darauf, ob die Episode Schalke die größte Enttäuschung seiner Karriere gewesen sei, antwortete der 66-Jährige: „So wie es gelaufen ist: Ja.“

Nachfolger stehen wohl schon fest

Auf das desaströse 1:5 (1:3) am Samstag beim VfB Stuttgart reagierte der abgeschlagene Tabellenletzte am Sonntag radikal. Neben Gross mussten auch Sportvorstand Jochen Schneider, Teammanager Sascha Riether und Fitnesscoach Werner Leuthard gehen.

Nachfolger für Sportdirtektor Schneider soll Peter Knäbel werden. Der Verein bestätigte am Sonntag eine entsprechende Meldung der „Bild“-Zeitung. Der ehemalige HSV-Sportvorstand ist Favorit des Aufsichtsrates und soll diesen Job bis zum Saisonende interimsmäßig übernehmen.

Als Chefcoach soll zunächst Schalke-Legende Mike Büskens übernehmen, wie die Zeitung berichtet. Zuletzt hatte der den Posten ausgeschlagen. Das Club-Idol wäre damit schon der fünfte Coach in dieser Spielzeit. Zuvor hatte der taumelnde und auch wirtschaftlich heftig angeschlagene Revierclub unter David Wagner, Manuel Baum, Huub Stevens und zuletzt Gross in 23 Spielen gerade einmal neun Punkte erreicht.

Der 66-Jährige war kurz nach Weihnachten als vierter Schalke-Coach in dieser Saison vorgestellt worden. Schon nach dem zweiten Spieltag hatten sich die Königsblauen von David Wagner getrennt. Manuel Baum konnte den Absturz der Schalker ebenfalls nicht stoppen und wurde im Dezember von Interimslösung Huub Stevens ersetzt, ehe Gross übernahm.

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