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3 Jahre Haft für Sarkozy - Carla Bruni steht zu ihm

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy muss ins Gefängnis. Der 66-Jährige wurde wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme zu einer...
Carla Bruni verteidigt Sarkozy

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy muss ins Gefängnis. Der 66-Jährige wurde wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Trotzdem steht seine Ehefrau, die französische Schauspielerin Carla Bruni, fest zu ihm.

Bruni will für Gerechtigkeit kämpfen, Anwältin legt Berufung ein

Direkt nach der Urteilsverkündung machte Schauspielerin Carla Bruni ihrem Frust Luft. Auf ihrem Instagram-Kanal schrieb sie: "Was für eine Ungerechtigkeit, meine Liebe Nicolas" und postete dazu ein verliebtes Bild von sich und dem Ex-Präsidenten. Gleichzeitig zeigte sie sich kämpferisch: "Der Kampf geht weiter, die Wahrheit wird siegen", schrieb die 53-Jährige unter dem Hashtag #injustice. Fast 20.000 Likes bekam der Post in nur wenigen Stunden.

Der konservative Sarkozy regierte von 2007 bis 2012 im Elyséepalast. Er hatte die Vorwürfe Ende vergangenen Jahres vor Gericht zurückgewiesen. Bei zahlreichen Anhängern der bürgerlichen Rechten gilt er bis heute als Führungsikone, obwohl er keine Ämter mehr hat.

Sarkozys Anwältin hat mittlerweile angekündigt gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Das Urteil sei "extrem hart" und "ungerechtfertigt", sagte Laffont.

Telefongespräche von Sarkozy und Anwalt abgehört

Dass Sarkozy wirklich hinter Gitter muss, ist aber eher unwahrscheinlich. Laut einem Bericht der Agentur AFP aus dem Pariser Justizpalast wurden zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Sarkozy muss also voraussichtlich nicht ins Gefängnis, weil die Strafe zu Hause unter elektronischer Überwachung abgebüßt werden kann.

Die Richter verurteilten auch Sarkozys langjährigen Anwalt Thierry Herzog und den Juristen Gilbert Azibert zu Haftstrafen von jeweils drei Jahren, ebenfalls mit zwei Jahren auf Bewährung. Die Verhandlungen vor Gericht hatten Ende vergangenen Jahres zu großem Aufsehen in Frankreich geführt.

Sarkozy hatte laut Anklage 2014 versucht, über Herzog von dem Juristen Azibert Ermittlungsgeheimnisse erhalten. Im Kern habe dieses Verhalten die Unabhängigkeit der Justiz gefährdet, argumentierte die Anklage. Die Vorwürfe beruhen auf der Verwendung abgehörter Telefongespräche des Politikers mit Anwalt Herzog. Um die Rechtmäßigkeit dieser Abhöraktion hatte es einen heftigen Streit gegeben. Das Verfahren gilt als einmalig.

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