++ Ukraine-News: Etliche Reservisten nach Teilmobilisierung gefallen

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Erstellt: 25.11.2022, 14:53 Uhr

Von: Christian Stör

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Die Teilmobilmachung in Russland sollte die Verluste im Ukraine-Krieg kompensieren. Doch viele Reservisten sind bereits gefallen: der News-Ticker.

Verluste in Zahlen: Kiew gibt die Verluste Russlands bekannt.Hinweis der Redaktion: Lesen Sie aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Konflikt in unseren News-Ticker. Die hier verarbeiteten Informationen zum Ukraine-Krieg stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland und der Ukraine. Sie lassen sich deshalb in Teilen nicht unabhängig überprüfen.

Update vom Freitag, 25. November, 14.45 Uhr: Die Verluste im Ukraine-Krieg bereiten Russland große Probleme (s. Erstmeldung). Abhilfe sollte die Teilmobilisierung im September schaffen. Nach Einschätzung britischer Geheimdienste ist allerdings eine hohe Zahl der eingezogenen Reservisten bereits gefallen. Unter anderem in der Region Donezk, rund um die Stadt Bachmut, seien mobilisierte Reservisten wohl in hoher Zahl ums Leben gekommen, hieß es im Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. 

Bachmut

Ein Grad-Mehrfachraketenwerfer des ukrainischen Militärs feuert Raketen auf russische Stellungen an der Frontlinie in der Nähe von Bachmut in der Region Donezk. © Libkos/AP/dpa

Das Gleiche gelte auch für Soldaten, die in der Region Luhansk Grabensysteme hätten ausheben müssen, während sie unter schwerem Artilleriefeuer standen. Es müsse dem Kreml Sorgen bereiten, dass eine zunehmende Zahl an Familien der Reservisten bereit sei, gegen die Zustände, unter denen ihre Angehörigen dienen, zu protestieren und sich notfalls deswegen verhaften zu lassen.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg sehr hoch

Erstmeldung vom Freitag, 25. November: Moskau/Kiew - Russland hat im Ukraine-Krieg bisher schwere Verluste hinnehmen müssen. Wie hoch die Verluste der russischen Armee tatsächlich sind, ist unklar. Der Kreml selbst schweigt sich weitgehend aus. Zuletzt nannte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu im September offizielle Zahlen. „Die Verluste Russlands belaufen sich auf 5937“, sagte er damals. Eine von Wladimir Putin geplante zweite Mobilisierungswelle spricht allerdings dafür, dass die Verluste erheblich höher sind und nur mit neuen Rekruten kompensiert werden können.

Auch die Aussagen eines ehemaligen Offiziers einer russischen Spezialeinheit und eines aktiven FSB-Offiziers des russischen Geheimdienstes, die das russische Investigativportal Istories im Oktober veröffentlichte, machen deutlich, mit wie vielen Problemen die russischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg zu kämpfen haben. Ihren Angaben zufolge belief sich die Zahl der Verluste zu jenem Zeitpunkt auf knapp 90.000. Dazu gehörten gefallene, aber auch vermisste und verwundete Soldaten, die nicht mehr zum Militärdienst zurückkehren können.

Schon im April hatte das kremlnahe Nachrichtenportal Readovka versehentlich Zahlen zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Damals war von 13.414 gefallenen Soldaten und etwa 7000 Vermissten die Rede. Zum Vergleich: Im zehn Jahre währenden Afghanistan-Krieg von 1979 bis 1989 beliefen sich die Verluste der damaligen Sowjetunion auf 14.523 Tote. Spätere Angaben sprachen von 26.000 gefallenen Soldaten.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Kiew meldet die aktuellen Verluste

Derweil veröffentlicht der ukrainische Generalstab jeden Tag die Zahl der russischen Verluste. Laut Statistiken des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind in den neun Monaten des Ukraine-Kriegs mehr als 86.000 Soldaten im Kampf gefallen. Der Generalstab nennt auch weitere Daten zu Flugzeugen, Hubschrauber, Panzer und anderem Militärgerät. Die Verluste Russlands im Überblick:

Soldaten: 86.150 (+430 zum Vortag)

Flugzeuge: 278 (+0)

Hubschrauber: 261 (+0)

Panzer: 2899 (+1)

Gepanzerte Kampffahrzeuge: 5844 (+5)

Artilleriesysteme: 1895 (+6)

Luftabwehrsysteme: 209 (+0)

Mehrfachraketenwerfer: 395 (+0)

Autos und andere Fahrzeuge: 4404 (+4)

Schiffe: 16 (+0)

Unbemannte Kampfdrohnen: 1553 (+6)

(Stand: Freitag, 25. November)

Die Angaben zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg stammen vom ukrainischen Verteidigungsministerium. Sie lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Kreml selbst macht nur sehr wenig Angaben zu eigenen Verlusten.

(cs)

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