Zahlen von Chiphersteller: Nvidia-Aktie steigt dank KI-Boom ...

20 Tage vor

Nvidia ist stark ins Jahr 2024 gestartet, der Gewinn des Chipherstellers hat sich im Vergleich zum ersten Quartal 2023 versechsfacht. Techkonzerne wie Microsoft oder Alphabet konkurrieren um einen begrenzten Vorrat an Chips.

Nvidia-Aktie - Figure 1
Foto DER SPIEGEL

23.05.2024, 11.44 Uhr

Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang: Erobert mit Chips die Welt

Foto:

Eric Risberg / AP

Der Chipkonzern Nvidia profitiert noch stärker als erwartet vom Boom bei künstlicher Intelligenz (KI). Der Spezialist für Halbleiter für Anwendungen in dem Bereich machte im abgelaufenen Quartal mit 26,04 Milliarden Dollar deutlich mehr Umsatz als erwartet. Das war ein Plus von 262 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg um rund 600 Prozent auf knapp 14,9 Milliarden Dollar.

Im laufenden Quartal erwartet Nvidia nun einen Umsatz von 28 Milliarden Dollar (plus/minus zwei Prozent), knapp 1,4 Milliarden mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Der Konzern teilte mit, einen Aktiensplitt im Verhältnis 1:10 zu planen.

Nvidia habe trotz der enormen Erwartungen wieder einmal geliefert, sagte Ryan Detrick, Chefmarktstratege der Carson Group. »Die wichtigen Einnahmen aus den Rechenzentren waren stark, und auch der Ausblick ist beeindruckend.«

TSMC spricht von »unersättlicher Nachfrage«

Die Aktien legten im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent zu – übertrafen so erstmals die Marke von 1000 Dollar. In diesem Jahr sind sie damit bereits um mehr als 90 Prozent gestiegen, Anfang 2023 waren die Papiere noch für rund 140 Dollar zu haben. Inzwischen liegt der Börsenwert des Konzerns bei rund 2,2 Billionen Dollar.

»Die Nachfrage nach den GPU-Chips von Nvidia ist nach wie vor ungebrochen«, sagte Logan Purk, Analyst bei der Anlagegesellschaft Edward Jones. »Diese Ergebnisse dürften ausreichen, um den Appetit der Investoren zu stillen und dem Markt zu versichern, dass die Investitionen in KI noch nicht nachgelassen haben.«

Vor wenigen Wochen hatte der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC, der auch für Nvidia produziert, von einer »unersättlichen Nachfrage« nach KI-Prozessoren gesprochen. Aus diesem Grund hatte Nvidia, das den Weltmarkt für diese Chips beherrscht, in den vorangegangenen sechs Quartalen die Umsatzerwartungen jeweils übertroffen. Zum Jahresende 2023 hatten sich die Erlöse verdreifacht.

Nvidia kontrolliert Experten zufolge etwa 80 Prozent des Weltmarkts für hochgezüchtete KI-Spezialprozessoren. Das Topmodell ist der »Blackwell B200«, deren Preis Schätzungen zufolge bei mehreren zehntausend Dollar pro Stück liegt. Der Herstellungspreis liegt deutlich darunter.

Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple und andere Tech-Unternehmen konkurrieren dabei derzeit um einen begrenzten Vorrat an High-End-Chips von Nvidia, während sie um die Vorherrschaft im KI-Computing wetteifern. Andere Hersteller wie Intel oder AMD reichen nicht an Nvidia heran.

Auch der taiwanische Chiphersteller TSMC blickt angesichts des KI-Booms optimistisch in die Zukunft. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet TSMC für den weltweiten Halbleitermarkt ohne Speicherchips ein Wachstum von zehn Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. »Das ist ein neues goldenes Zeitalter für Möglichkeiten mit KI«, sagte Vizepräsident Cliff Hou. Angetrieben von der Nachfrage nach KI-Spezialprozessoren stellte der Konzern für das zweite Quartal bei seinem eigenen Umsatz ein Plus von 30 Prozent in Aussicht.

Mehr lesen
Ähnliche Nachrichten
Die beliebtesten Nachrichten der Woche