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Ex-Möbel-Mahler in Neu-Ulm hat einen neuen Eigentümer

Das größte Fachmarktzentrum Deutschlands seiner Art, das ehemalige Möbel Mahler, mit Sitz in Neu-Ulm gehört jetzt einem schillernden österreichischen Milliardär.

Plus Das größte Fachmarktzentrum Deutschlands seiner Art, das ehemalige Möbel Mahler, mit Sitz in Neu-Ulm gehört jetzt einem schillernden österreichischen Milliardär.

Von Oliver Helmstädter

Nun ist die Familie Mahler endgültig raus aus der "Welt des Wohnens" im Neu-Ulmer Starkfeld. "Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist ohne Liquidation erloschen" heißt es im Auszug des Handelsregister. Neuer Eigentümer ist Klemens Hallmann, mit seiner Hallmann Holding einer der nach eigenen Angaben führenden Immobilieneigentümer und Immobilienentwickler Österreichs. Und Dauergast auf dem roten Teppich.

Das Model Barbara Meier gibt ihrem Verlobten Klemens Hallmann einen Kuss bei der Ankunft zu der Verleihung der Goldenen Kamera.

Das Model Barbara Meier gibt ihrem Verlobten Klemens Hallmann einen Kuss bei der Ankunft zu der Verleihung der Goldenen Kamera.

Bild: Jena Kalaene, dpa

Denn Hallmann, Jahrgang 1976, ist mit der zehn Jahre jüngeren Siegerin der zweiten Germany's next Topmodel-Staffel, Barbara Meier, verheiratet. "Nach ihrer spek­takulären Hochzeit in Venedig im Juni 2019 wird ihre Liebe bald von einem Kind gekrönt", titelte das Boulevardblatt Gala vergangenen Sommer. Das Kind ist da, und das TV-Magazin Brisant zählte seitdem 15 Titelseiten hochrangiger Hochglanzmagazine, von denen das Paar lächelte.

Möbel Mahler: Hallmann gehört zu den 100 reichsten Österreichern

Die von ihm gegründete Hallmann Group ist bei Immobilienprojekten und in den Bereichen Investment und Firmenbeteiligungen tätig. Mit einem Vermögen von rund 1,2 Milliarden Euro erreichte Hallmann 2020 im Ranking der 100 reichsten Österreicher laut seinem Bloomberg-Profil den 33. Platz.

Nach Neu-Ulm treibt sein Investment laut einer Pressemitteilung der Hallmann-Gruppe die besten Zukunftschancen am Standort in der Borsigstraße. "Mit dieser Investition in Deutschland erweitern wir unser Immobilienportfolio um ein zukunftsweisendes Projekt", wird Klemens Hallmann zitiert. "Die Mehrheitsbeteiligung an der Eigentümergesellschaft eines der größten Fachmarktzentren Europas festigt die internationalen Expansionsbestreb­ungen der Hallmann-Gruppe. Der deutsche Markt war und ist für uns hochinter­essant; weitere Projekte werden folgen." Österreicher mögen offenbar den deutschen Immobilienmarkt: Der Warenhauskonzern Galeria Kaufhof Karstadt befindet sich im Besitz eines anderen österreichischen Milliardärs - René Benko.

Ex-Möbel Mahler in Neu-Ulm ist das größte Zentrum seiner Art

Mit einer Fläche 110.000 Quadratmetern und einem Parkhaus mit rund 36.000 Quadratmetern ist das Fachmarktzentrum in Neu-Ulm nach Einschätzung von Hallmann das größte Fachmarktzentrum Deutschlands, das sich im Alleineigentum einer Gesellschaft befindet. Das ehemalige Mutschler-Center vereine die Eigenschaften eines Fachmarktzentrums mit denen eines klassischen Shopping­centers: So sind die großflächigen Geschäfte nicht nur von außen begehbar, sondern auch durch eine innenliegende Mall verbunden.

Aktuell sind rund 30 Mieter aus unterschiedlichen Branchen in dem Komplex vertreten. Dazu zählen Ankermieter wie etwa die laut Hallmann zweitgrößte Edeka-Filiale Deutschlands, das zentrale Möbelhaus Opti Wohnwelt, den Modepark Röther und kleinere Mieter wie Vodafone, Home24, Europcar, Tedi, Kik und ein Fitnessstudio.

Opti-Wohnwelt investierte jüngst zehn Millionen Euro

Sechs Jahre nach der Eröffnung von Möbel Mahler in der Neu-Ulmer Borsigstraße und vier Jahre nach dem Aus für das Stammhaus in Bopfingen zog sich die Familie Mahler im Jahr 2019 aus dem Möbelhandel zurück: Das Geschäft wurde an Opti-Wohnwelt verkauft, ein bundesweit tätiges Einrichtungsunternehmen mit 16 Standorten. Über den Kaufpreis wurde damals Stillschweigen vereinbart, die Familie Mahler behielt eine stille Beteiligung. Über die Summe, die nun Hallmann überwies, wird erneut geschwiegen. Vor dem Verkauf steckte die Opti-Wohnwelt jedenfalls noch zehn Millionen Euro in die Immobile. So wurde es zumindest nach dem Verkauf der Mahlers im Jahr 2019 kommuniziert. Mahler kaufte im Jahr 2011 das seit fast sechs Jahren leer stehende Möbelhaus Mutschler. Und schlitterte dadurch in die Krise.

Wie geht es nun weiter im Starkfeld?

Für die zahlreichen Läden mit seinen Beschäftigten, alleine 250 im Möbelhaus, dürfte sich erst mal nichts ändern. Nun beginnt aber das große Rätselraten, was der Unternehmer mit dem Standort vorhat. Seine Strategie erklärt Hallmann ganz grundsätzlich so: "Einerseits prüfen wir die Attraktivität des Standorts in Bezug auf Frequenz- oder Ruhelage und Infrastruktur, andererseits die vorhandene Substanz sowie eventuell nötigen Revitalisierungs- beziehungsweise Adaptierungsaufwand." Basis einer klaren Investitionsstrategie sei nicht nur die nachhaltige Sicherung der Erträge, sondern vor allem eine stetige Wertsteigerung der Immobilie. Ob Hallmann einen Revitalisierungsbedarf für seinen neuen Besitz in Neu-Ulm sieht, wird sich zeigen.

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