483 Goldmünzen weg - Schatz aus Museum in Manching gestohlen

483 Goldmünzen weg - Schatz aus Museum in Manching gestohlen
Für das römisch-keltische Museum war der Goldschatz DAS Aushängeschild - nun sind die 483 Münzen weg. Einbrecher haben den zwei Jahrtausende alten Schatz ...

Einbrecher haben im oberbayerischen Manching einen Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. Wie ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) mitteilte, waren die Täter in der Nacht auf Dienstag (22.11.) in das Kelten-Römer-Museum in Manching bei Ingolstadt eingestiegen und entwendeten den 1999 bei Manching entdeckten Schatz vollständig.

Münzen im Wert von 1,6 Millionen Euro

Der Goldschatz war das Aushängeschild des Museums. Der Handelswert der historischen Münzen wird laut LKA auf 1,6 Millionen Euro taxiert, ihr reiner Goldwert auf etwa 250.000 Euro. Es handelt sich um den größten keltischen Goldfund, der im vergangenen Jahrhundert aufgetaucht ist. Ein Grabungsteam hatte vor 23 Jahren die Münzen entdeckt. In der Vitrine befanden sich 483 Goldmünzen, die insgesamt rund vier Kilogramm wiegen. Sie würden auf etwa 100 vor Christus datiert. Seit 2006 wurde der Schatz in dem Museum im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm ausgestellt. Das sogenannte Oppidum Manching gilt als eine wichtige keltische Siedlung, in der bis heute Archäologen regelmäßig tätig sind.

Verlust ist eine "Katastrophe"

"Der Verlust des Kelten-Schatzes ist eine Katastrophe, die Goldmünzen als Zeugnisse unserer Geschichte sind unersetzlich", sagte Bayerns Kunstminister Markus Blume. Der kulturelle Schaden sei enorm. "Wer auch immer diese Tat begangen hat: Jemand hat sich an unserer Geschichte vergangen und unfassbare kriminelle Energie dafür an den Tag gelegt." Blume sagte, es müsse alles dafür getan werden, die Hintergründe aufzuklären und die Kriminellen zu fassen. "Der Einbruch muss in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben", sagte ein LKA-Sprecher. "Es war klassisch, wie man es sich in einem schlechten Film vorstellt." Am Dienstagmorgen hätten die Mitarbeiter des Museums dann festgestellt, dass der Goldschatz fehlt.

Immer wieder spektakuläre Diebstähle

Auch aus anderen Museen haben Kriminelle schon kostbare Stücke entwendet. Schlagzeilen machte in den vergangenen Jahren insbesondere der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden im November 2019. Damals wurden 21 Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von mehr als 113 Millionen Euro gestohlen, von der Beute fehlt bisher jede Spur. Mehrere Männer stehen deshalb derzeit in Dresden vor Gericht. Aus dem Berliner Bode-Museum wurde 2017 eine hundert Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen, die ebenfalls verschwunden blieb.

Zusammenhang mit Dresden und Berlin?

Nach dem Diebstahl in Manching prüft die Polizei einen Zusammenhang mit den spektakulären Kunstdiebstählen aus dem Grünen Gewölbe in Dresden und dem Berliner Bode-Museum. "Wir stehen natürlich im Austausch mit den Kollegen in Berlin und Dresden", sagte der Vizepräsident des bayerischen LKA, Guido Limmer. Dabei gehe es um mögliche Parallelen zu diesen Fällen. "Ob es Zusammenhänge gibt, können wir noch gar nicht sagen."

Professionelle Täter

Nach den Erkenntnissen zum Tatablauf zerstörten die Diebe um 01.17 Uhr Leitungen in einem Verteilerzentrum der Telekom bei Manching. Neun Minuten später sei vermutlich von diesen Tätern in dem etwa einen Kilometer entfernt gelegenen Museum eine Tür aufgebrochen worden. Danach hätten sie die Münzen gestohlen und das Gebäude wieder verlassen. Bemerkt wurde der Diebstahl erst Stunden später. Die Alarmanlage des Museums löste nach Angaben des bayerischen LKA automatisch einen Alarm aus. Das Signal wurde wegen des Ausfalls der Telefon- und Internetversorgung jedoch nicht an die Wachfirma übermittelt. Derzeit würden die Aufzeichnungen der Überwachungskameras ausgewertet.

BRISANT/dpa/afp

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