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Herthas Jovetic: Mit 15 Jahren Verzögerung in die Bundesliga

In Monaco fiel Stevan Jovetic auf, dass ihn die Bundesliga reizen könnte. Dabei hätte es für Herthas Sturmverpflichtung schon vor 15 Jahren fast geklappt. - kicker

In Monaco fiel Stevan Jovetic auf, dass ihn die Bundesliga reizen könnte. Dabei hätte es für Herthas Sturmverpflichtung schon vor 15 Jahren fast geklappt. 

Vielseitigkeit für Herthas Sturm: Berlins neuer Angreifer Stevan Jovetic.

Vielseitigkeit für Herthas Sturm: Berlins neuer Angreifer Stevan Jovetic. imago images/Matthias Koch

Aus Herthas Trainingslager in Leogang/Österreich berichtet Andreas Hunzinger

Am Dienstagvormittag stand Stevan Jovetic das erste Mal mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Trainingsplatz. Der Stürmer, der zuletzt für die AS Monaco spielte und seit 1. Juli ohne Vertrag war, hat sich für die kommenden zwei Jahre an Hertha BSC gebunden, der Kontrakt  enthält zudem eine Option. Der neue Mann soll die Vakanz in der Offensive nach dem Abgang von Jhon Cordoba schließen.

2006 verhinderten Statuten den Wechsel zum 1. FC Köln

31 Jahre alt musste Stevan Jovetic werden, um bei einem Bundesligisten vor Anker zu gehen. Dabei wäre der aus Montenegro stammende Offensivakteur beinahe schon im zarten Alter von 17 im deutschen Fußball gelandet. Im Dezember 2006 nämlich hatte der damals in der 2. Liga beheimatete 1. FC Köln seine Fühler nach dem Talent von Partizan Belgrad ausgestreckt und lag sehr aussichtsreich im Rennen. Jovetic weilte gar schon Köln. Nur weil die DFB-Statuten damals keinen Transfer eines minderjährigen Nicht-EU-Bürgers gestatteten, kam der Wechsel nicht zustande.

Knapp 15 Jahre später hat es also mit Deutschland geklappt. Und Jovetic ist froh darüber. "Ich habe mit Fredi (Bobic, d. Red.) gesprochen, er hat mir das Projekt erklärt", sagt der neue Angreifer, "ich weiß, dass Hertha ein Klub mit einer großen Historie, großartigen Fans und einem riesigen Stadion ist. Und ich habe noch nie in Deutschland gespielt. Ich wollte erreichen, dass ich in allen fünf Topligen Europas gespielt habe."

Ich habe noch nie in Deutschland gespielt. Ich wollte erreichen, dass ich in allen fünf Topligen Europas gespielt habe.

Stevan Jovetic

Angestrebt habe er das nicht von Anfang an, so Jovetic, aber nach Stationen in Italien (AC Florenz, Inter Mailand), England (Manchester City) und Spanien (FC Sevilla) sei ihm in Frankreich (Monaco) aufgefallen, "dass ich bereits in vier großen Ligen gespielt habe". Und dann war die Idee, auch die Bundesliga noch kennenzulernen.

Überzeugende Gespräche mit Radonjic und Nastasic

Vor "etwa einer Woche" habe er erstmals Kontakt zu den Hertha-Verantwortlichen gehabt, so Jovetic, und die Gespräche hätten ihn überzeugt. Bestärkt in seiner Entscheidung pro Berlin und pro Bundesliga haben Jovetic zudem die Gespräche mit Nemanja Radonjic (der serbische Flügelspieler war in der Rückrunde 2020/21 von Olympique Marseille an Hertha ausgeliehen) und mit dem Schalker Verteidiger Matija Nastasic. "Und so bin ich da."

Können italienisch parlieren: Kevin-Prince Boateng (li.) und Stevan Jovetic.

Können italienisch parlieren: Kevin-Prince Boateng (li.) und Stevan Jovetic. imago images/Matthias Koch

In Kevin-Prince Boateng trifft er zudem einen Profi wieder, mit dem er in der italienischen Serie A oft die Klingen kreuzte und mit dem Jovetic in Italienisch parlieren kann. Die wesentlichen Akzente will der einst als Wunderkind gehypte Profi indes auf dem Platz geben - als variabler Offensivspieler, als der er sich sieht. "In meiner Karriere habe ich alles gespielt", sagt er mit einem Lächeln, "ich habe Mittelstürmer gespielt, als zweite Spitze, als Nummer zehn oder auf dem linken Flügel. Der Trainer entscheidet."

Ich habe Mittelstürmer gespielt, als zweite Spitze, als Nummer zehn oder auf dem linken Flügel.

Stevan Jovetic

Seine neue Heimat kennt Jovetic indes schon etwas. "Mein Berater hat 20 Jahre in Berlin gelebt", sagt er, "ich habe ihn einige Male besucht. Ich mag Berlin sehr." Den deutschen Fußball schätzt Herthas neuer Stürmer ebenfalls, und wenn es nach ihm geht, dann will er sich nicht nur schnell integrieren, sondern auch in der fünften großen europäischen Liga seine Spuren hinterlassen.

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