Iran: Iranische Staatsmedien melden den Tod von Präsident ...

20 Mai 2024

Z+ (abopflichtiger Inhalt); Iran: Iranischer Präsident bei Helikopterabsturz getötet

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Foto ZEIT ONLINE

Beim Absturz eines Helikopters im Iran sind alle Insassen ums Leben gekommen, darunter neben Präsident Raissi auch der Außenminister. Ihre Leichen wurden geborgen.

Aktualisiert am 20. Mai 2024, 8:55 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, dpa, sbo, fo

Der iranische Präsident Ebrahim Raissi im Mai 2024 © Iran's Presidency/​Reuters

Der iranische Präsident Ebrahim Raissi ist bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond bestätigte, die Leichen von Raissi und weiteren Opfern seien am Unglücksort geborgen worden. An Bord des Hubschraubers befand sich auch Außenminister Hossein Amir-Abdollahian. Die Ursache für den Absturz ist unklar.

Die Leichen würden nun nach Täbris im Nordwesten des Irans überführt, sagte der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Pirhossein Kooliwand im iranischen Staatsfernsehen. Der Sucheinsatz sei beendet.

Präsident Raissi war zusammen mit Amir-Abdollahian auf der Rückreise von einem Treffen mit dem Präsidenten des Nachbarlandes Aserbaidschan, Ilham Aliyev, als ihr Hubschrauber am Sonntagnachmittag im Nordwesten des Landes verschollen ging. Dutzende Rettungsteams suchten auch nach Einbruch der Dunkelheit bei schwierigen Wetterverhältnissen in dem bergigen Terrain nach dem Hubschrauber und den neun Insassen. Am Montagmorgen meldeten iranische Staatsmedien den Tod Raissis.

Iran droht politische Krise

Irans erster Vizepräsident, Mohammed Mochber, leitete bereits am späten Sonntagabend eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts. Eine weitere wurde laut Staatsmedien am Montagmorgen einberufen. Das Protokoll sieht vor, dass der erste Vizepräsident nach dem Tod des Präsidenten die Amtsgeschäfte als Regierungschef weiterführt. Laut der Verfassung müssen dann innerhalb von 50 Tagen Neuwahlen stattfinden.

Das Unglück dürfte die Islamische Republik in eine politische Krise stürzen. Mangels Alternativen dürfte sich die Suche nach einem langfristigen Nachfolger für Raissi schwierig gestalten. Und insbesondere Amir-Abdollahian war als Außenminister seit Beginn des Gaza-Kriegs verstärkt in die Öffentlichkeit gerückt und hatte zahlreiche Reisen zu Verbündeten unternommen.

Raissi war seit 2021 Präsident. Der 63-Jährige galt als Hardliner und als der zweitmächtigste Politiker im Iran hinter Ajatollah Chamenei. Er hatte die gewaltsame Niederschlagung von landesweiten Protesten nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam vor anderthalb Jahren angeordnet. Zudem stand er für eine harte Haltung bei den internationalen Verhandlungen über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik.

Mehrere Staaten, darunter Irak, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, Syrien und auch die Türkei, hatten dem Iran Hilfe bei der Bergung angeboten. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Nasser Kanani, bedankte sich bei Regierungen und internationalen Organisationen "für ihr Mitgefühl und ihre Hilfsangebote bei den Such- und Rettungsaktionen".

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