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Aktionen geplant: IG Metall Küste ruft zu Warnstreiks auf

Gleich zum Ende der Friedenspflicht haben in der vergangenen Nacht die ersten Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. Betroffen von den Arbeitsniederlegungen ist auch Volkswagen.

Stand: 02.03.2021 10:11 Uhr

Gleich zum Ende der Friedenspflicht haben in der vergangenen Nacht die ersten Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. Betroffen von den Arbeitsniederlegungen ist auch Volkswagen.

Seit dem frühen Morgen kommt es nach Angaben der IG Metall etwa in den VW-Werken Braunschweig, Salzgitter und Emden zum Ausstand. Am Werk in Salzgitter verteilten Gewerkschafter Flyer. Im Braunschweiger Werk informierte die IG Metall am Morgen an den Werkstoren zum Wechsel von Nacht- und Frühschicht über die Tarifrunde.

Forderung: Beschäftigte müssen am VW-Gewinn beteiligt werden

"Die Kolleginnen und Kollegen sind empört, dass überhaupt kein Angebot von der Arbeitgeberseite kam", sagte IG-Metall-Sprecherin Eva Stassek. Fast die komplette Nachtschicht habe sich an der Arbeitsniederlegung beteiligt und die Schicht eher beendet. Am VW-Stammwerk in Wolfsburg und am VW-Werk für Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken sind Beschäftigte der Früh- und Spätschicht aufgerufen, ihre Arbeit früher zu beenden. "Leider hat Volkswagen in den bisher stattgefundenen drei Verhandlungsrunden kein Angebot gemacht. Das ist traurig und feige", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hannover, Dirk Schulze, vor dem Warnstreik am Morgen. Von den Gewinnen des Konzerns müssten die Beschäftigten einen gerechten Anteil bekommen.

Weitere Warnstreiks im Laufe des Tages

Auch bei anderen Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen gab es Warnstreiks. Die ersten Arbeitsniederlegungen begannen bereits um kurz nach Mitternacht, etwa beim Autobatterie-Hersteller Clarios in Hannover. Dort trafen sich Beschäftigte zu einer Kundgebung, an der auch der regionale Bezirksleiter der IG Metall und Verhandlungsführer in der Tarifrunde, Thorsten Gröger, teilnahm. In anderen Betrieben in Niedersachsen sind im Laufe des Tages Warnstreiks geplant. Die Beschäftigten wollen später mit der Arbeit anfangen oder früher Schluss machen. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen sind allerdings keine größeren Versammlungen vorgesehen. Deshalb soll es auch "Streik-Videokonferenzen" geben. Bis Mitte März hat die Gewerkschaft Aktionen angekündigt.

Noch keine Annäherung im Tarifstreit

Mit den befristeten Arbeitsniederlegungen will die Gewerkschaft den Druck in den Tarifverhandlungen der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie erhöhen. Bislang gelang noch keine Annäherung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden. Zuletzt berichtete der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt, allerdings von "konstruktiven, sachlichen Beratungen".

Arbeitgeber verweisen auf Einbußen durch Corona-Pandemie

Die Gewerkschaft fordert unter anderem vier Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten - für zwölf Monate, rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Zudem solle die 2019 neu eingeführte tarifliche Freistellungszeit verbessert werden. Bei VW sollen die bestehenden 1.400 Ausbildungsplätze pro Jahr nach dem Willen der Gewerkschaft für die kommenden zehn Jahre festgeschrieben werden. Die Arbeitgeber verweisen dagegen auf Einbußen in der Corona-Pandemie und den enormen Anpassungsdruck von Betrieben beim Umbau in Richtung Digitalisierung, Klimaschutz und alternative Antriebe.

Weitere Informationen

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NDR 1 Niedersachsen

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 02.03.2021 | 06:30 Uhr
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