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HPV-Impfung schützt vor vielen Krebsformen

Die Covid-19-Pandemie hat dazu geführt, dass Impfungen generell weniger in Anspruch genommen werden. Dadurch kann es nicht nur zu vermehrten ...
02.03.2021 05:00 |
Bis 16 weniger Kosten
(Bild: ©Tobias Arhelger - stock.adobe.com)
(Bild: ©Tobias Arhelger - stock.adobe.com)

Die Covid-19-Pandemie hat dazu geführt, dass Impfungen generell weniger in Anspruch genommen werden. Dadurch kann es nicht nur zu vermehrten Ausbrüchen von Infektionskrankheiten kommen. Auch vermeidbare Krebserkrankungen, die durch Humane Papillomaviren (HPV) verursacht werden, verbreiten sich derzeit ungehindert weiter.

Humane Papillomaviren sind die häufigsten sexuell übertragbaren Erreger. „Der HPV-Impfstoff schützt vor 90% der verbreitetsten Krebsformen, die durch HPV verursacht werden. Das Virus ist nicht nur verantwortlich für Gebärmutterhalskrebs, sondern auch für die meisten Krebserkrankungen im Anal- sowie im Mund-Rachenbereich. Beobachtungen aus den USA zeigen, dass HP-Infektionen im Mund bzw. Rachen vor allem bei weiblichen Heranwachsenden in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Hans Jürgen Dornbusch, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Leiter des Impfreferats der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Idealerweise erhalten Mädchen und Buben das „Jaukerl“ noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr ab dem vollendeten 9. Lebensjahr.

Australische Forscher sind der Meinung, dass durch die Impfung und gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen die Zahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs bis 2028 unter vier Fälle pro 100.000 absinken wird. Dort liegen seit 2007 aber Durchimpfungsraten von mehr als 80% vor. In England und Schottland sogar von rund 90%. Hierzulande sind wir mit einer Quote von etwas über 30% davon noch weit entfernt. „Die Covid-19-Pandemie hat noch dazu zu einem teils deutlichen Rückgang der Impfquoten geführt, da Eltern aus unbegründeter Angst vor Ansteckung in der Ordination Routine-Impftermine und Auffrischungsimpfungen vielfach nicht entsprechend den Empfehlungen des Impfplans wahrgenommen haben“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Dornbusch. Um diese Versäumnisse zu verringern, wurde im Impfplan für die Dauer der Pandemie die Frist der kostenreduzierten HPV-Nachholimpfungen um ein Jahr verlängert. Das bedeutet konkret: Jugendliche können diese noch bis zum vollendeten 16. Lebensjahr nutzen.

Schätzungen gehen davon aus, dass die jährliche Anzahl an neu diagnostizierten Krebsleiden in Europa, die durch den Neunfachimpfstoff verhindert werden könnten, fast 50.000 beträgt. Den größten Anteil machen Gebärmutterhalskrebserkrankungen mit jährlich 33.500 neuen Fällen und etwa 15.000 Todesfällen aus. In Österreich werden pro Jahr ca. 400 neue Gebärmutterhalskrebs-Patienten bzw. 130-180 Tote registriert. (Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.at)

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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