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HSV verliert das Derby, Leibold - und den Glauben an den Aufstieg?

Die Derby-Pleite gegen den FC St. Pauli war der nächste Tiefschlag für den HSV. Scheitert der Traditionsclub von der Elbe bei der Mission Wiederaufstieg wieder einmal an seinen Nerven? Anzeichen dafür sind da.

Stand: 02.03.2021 10:03 Uhr

Die Derby-Pleite gegen den FC St. Pauli war der nächste Tiefschlag für den HSV. Scheitert der Traditionsclub von der Elbe bei der Mission Wiederaufstieg wieder einmal an seinen Nerven? Anzeichen dafür sind da.

von Matthias Heidrich

"Abgerechnet wird am 34. Spieltag. Und dann schauen wir noch mal drauf", sagte HSV-Trainer Daniel Thioune nach dem Tiefschlag gegen die Kiezkicker. Das stimmt, aber viele Fans werden nach dem 23. Spieltag wohl trotzdem eine Zwischenrechnung aufstellen: viertes Spiel in Folge ohne Sieg, nur sechs Punkte aus sechs Rückrundenpartien (in der Hinrunde waren es gegen dieselben Teams zehn mehr) und abgerutscht auf den ersten Nichtaufstiegsplatz - in der Summe ein Ungenügend, gemessen an den Ambitionen des einstigen Bundesliga-Dinos.

AUDIO: HSV-Coach Thioune: "Sind auf die Bretter gegangen" (1 Min)
Leibold: "Es sind noch genügend Spieltage"

"Es sind noch genügend Spieltage und es ist nicht so, dass wir irgendwie abgeschlagen im Mittelfeld rumdümpeln", sagte HSV-Kapitän Tim Leibold. "Wir sind noch vorne mit dabei." Stimmt auch, und trotzdem ist der Trend nicht der Freund der Hamburger. Wie es der Spielplan so will, hat der Tabellenvierte nun mit dem Heimspiel gegen den Zweiten Holstein Kiel am kommenden Montag (20.30 Uhr, im NDR Livecenter) und dem anschließenden Auftritt beim Spitzenreiter VfL Bochum (12. März, 18.30 Uhr) zwei dicke Brocken vor der Brust.

Wenn es drauf ankommt, liefert der HSV nicht

Leitwolf Leibold wird dem strauchelnden Aufstiegsanwärter wohl in beiden Partien fehlen. Der HSV-Kapitän hatte sich in der Nachspielzeit des Derbys zu einer Tätlichkeit gegen Guido Burgstaller hinreißen lassen und glatt Rot gesehen. Leibolds Aussetzer mit der Situation um die Mannschaft in Verbindung zu bringen, wäre übertrieben. Aber die sportliche Krise gepaart mit den wieder einmal öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten in der Vereinsführung zeichnen ein altbekanntes Bild des HSV: Wenn es drauf ankommt, liefert der Club auf allen Ebenen verlässlich nicht ab.

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Terodde im luftleeren HSV-Raum

"Wir dürfen jetzt nicht alles schlecht reden", hielt ein merklich genervter Torwart Sven Ulreich nach dem 0:1 gegen den Stadtrivalen dagegen. Muss man in der Tat nicht. Zu Beginn des Derbys waren Chancen da, um sich aus der Krise zu schießen. Die taten sich allerdings nur nach Standardsituationen auf. Spielerische Leichtigkeit sieht anders aus, sie geht dem Thioune-Team derzeit ab. In der Folge hängt Torjäger Simon Terodde im luftleeren HSV-Raum und ist kein Faktor mehr. Stattliche 19 Treffer hat der Angreifer auf seinem Konto, sie rühren aber fast ausschließlich aus der Hinrunde.

In den sechs Rückrundenspielen gelangen Terodde lediglich zwei Tore, beide beim 3:3 gegen Aue. Die HSV-Lebensversicherung ist quasi ausgesetzt und die Teamkollegen bekommen sie auch nicht mehr aktiviert.

Ulreich: "Werden am Ende oben stehen"

Summa summarum steht die wiederkehrende Frage im besagten HSV-Raum: Scheitert der Club von der Elbe bei der Mission Wiederaufstieg wie in den beiden vorangegangenen Zweitliga-Spielzeiten an seinen Nerven? Die Anzeichen dafür sind da. Statistik-Nerds wird wahrscheinlich auch eine Unheil drohende Duplizität der Ereignisse auffallen: In der vergangenen Saison war es ebenfalls der 23. Spieltag, als der HSV eine Pleite im Stadtderby gegen den FC St. Pauli kassierte (0:2). Auf der Zielgeraden verspielten die Hamburger dann den Aufstieg und wurden Vierter.

"Wir dürfen jetzt nicht hadern, dass sich die Vorsaison wiederholt. Fußball ist von Jahr zu Jahr anders und manchmal nicht erklärbar", sagte Keeper Ulreich. "Ich bin mir sicher, dass wir am Ende wieder oben stehen."

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Sport aktuell | 02.03.2021 | 07:25 Uhr
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