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Saturn gibt Filiale in Herford auf

Der Saturn-Fachmarkt verlässt Herford. Zum letzten Mal werden Kunden dort am Montag, 31. Mai, einkaufen können. Gut 29 Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit. Mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi sind Verhandlungen über einen Sozialplan und

Verdi-Sekretärin Nina Begemann: „Bevor diese Gespräche nicht abgeschlossen sind, wird es keine Kündigungen geben. Das ist der Vorteil, wenn es einen gewählten Betriebsrat in einem Unternehmen gibt.“ Der Ceconomy-Konzern , zu dem die Ketten Media-Markt und Saturn gehören, hatte im September die Schließung von 14 Geschäften angekündigt, die Standorte jedoch offen gelassen. In den Gesprächen mit Betriebsrat und Gewerkschaft wird Verdi zufolge auch zu prüfen sein, ob viele Mitarbeiter, die von Beginn an in der Herforder Filiale mitgearbeitet haben, an den verbleibenden Standorten im Werre-Park Bad Oeynhausen oder in der Bielefelder Innenstadt unterkommen können.

Saturn gibt es seit 21 Jahren in Herford. Mit der Eröffnung am 6. April 2000 im Gebäude der Parkbau-Gruppe an der Berliner Straße 30 gewann Herford einen weit über den Kreis hinaus wirkenden Innenstadt-Magneten. Diese Anziehungskraft muss der Saturn-Fachmarkt auch zehn Jahre später noch besessen haben, als er für 1,5 Millionen Euro grundsaniert und auf 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert wurde. Doch irgendwann zwischen jenem April 2010 und der Anfang Februar 2021 intern verkündeten Schließung muss die Herforder Filiale diese Strahlkraft verloren haben – also noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Hinweise darauf sind der schleichende Abbau der Stellen in Herford von damals mehr als 50 auf heute noch 29. Die Geschäftsführungen der beiden Filialen in Herford und Bad Oeynhausen wurden zusammengelegt, ein neuer Geschäftsführer verlegte sein Stammbüro nach Bad Oeynhausen. Intern wurde dieser Schritt als Ausdruck einer gewachsenen Rentabilität des Marktes im Werre-Park gewertet. Der langfristig angelegte Mietvertrag in Herford war nach dessen Auslaufen nur noch mit jeweils jährlich möglichem Kündigungstermin verlängert worden.

Vom Rückzug Saturns dürften kleinere Elektronik-Fachmärkte in Herford profitieren, darunter Expert-Döring am Janup, Unger an der Waltgeristraße und Thöne an der Goebenstraße. Für die Herforder Innenstadt ist der Verlust des Innenstadtmagneten Saturn dagegen ein weiterer, herber Schlag. Schon im vergangenen Jahr haben der Modeanbieter H&M, Schuhhändler Reno und der Fashion Store am Gehrenberg angekündigt, sich aus Herford zurückzuziehen. Weitere Mieter aus dem Altstadt-Center am Augustinerplatz könnten folgen.

Während der noch anhaltenden Pandemie sei es schwer, neue Mieter für die von Saturn belegte Immobilie an der Berliner Straße zu finden, schätzt der Herforder Makler Uwe Pottharst ein: „Doch sobald sich ein Ende der Einschränkungen abzeichnet, wäre ich gar nicht mal so pessimistisch.“ Dabei wolle er sich gar nicht auf eine bestimmte Branche festlegen, die Interesse an solch einer großen Verkaufsfläche in der Innenstadt hege: „Mir sind eine ganze Reihe von Filialisten bekannt, die Expansionswünsche haben.“

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