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Wahlkreis Gießen/Vogelsberg: Helge Braun wieder CDU-Direktkandidat

CDU-Delegierte aus dem Wahlkreis 173 haben den Kanzleramtsminister wieder zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl bestimmt.

CDU-Delegierte aus dem Wahlkreis 173 haben den Kanzleramtsminister wieder zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl bestimmt.

Helge Braun wurde mit 94,5 Prozent der Delegierten aus dem Wahlkreis 173 Gießen/Vogelsberg zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September bestimmt.  Foto: Wißner

Helge Braun wurde mit 94,5 Prozent der Delegierten aus dem Wahlkreis 173 Gießen/Vogelsberg zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September bestimmt. Foto: Wißner

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KREIS GIESSEN - Stehende Ovationen, aber keine persönlichen Gratulationen gab es für Professor Helge Braun von den 137 Delegierten der CDU im Wahlkreis 173 Gießen/Vogelsberg in der Kongresshalle in Gießen, als Dr. Jens Mischak das Ergebnis bekannt gab. Braun ist erneut der CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl am 26. September. 129 Delegierte hatten sich für und acht gegen den Kanzleramtsminister ausgesprochen, was einer Zustimmung von 94,5 Prozent entsprach. Damit lag der CDU-Kreisvorsitzende hinter seinem Ergebnis von vor vier Jahren, als er 96,4 Prozent erhalten hatte.

2017 hatte Braun das Direktmandat gewonnen und dass er dieses Ziel auch bei der Wahl im September anstrebt, wirkte wie selbstverständlich vorausgesetzt, denn dazu wurde kein Wort verloren. "Ich danke für das großartige Vertrauen. Es freut mich sehr und ich freue mich, einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf mit Euch zu führen", erklärte Braun nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Ministerpräsident Volker Bouffier erwähnte die Kommunalwahl und meinte mit Blick auf die Bundestagswahl: "Wir wollen auch in sieben Monaten klar vorn sein. Wir stehen in unserem Land vor grundlegenden Auseinandersetzungen und diese Bundestagswahl wird beinhart. So wie wir diese entscheiden, wird sich für lange Jahre die Entwicklung unseres Landes entscheiden."

Lobrede

In seiner Lobrede würdigte er Braun als jemand, der zentral an der Politik der Gestaltung Deutschlands teilnimmt, "einer der herausragenden Politiker dieses Landes ist, fachlich qualifiziert, menschlich, Kurs hält und unterschiedliche Meinungen zusammenführen kann - und nicht vergisst, wo er herkommt".

Seine Tätigkeit als Chef des Kanzleramts sei ein echter Fulltime-Job. "Es gibt noch viel mehr neben Corona", so Bouffier mit Verweis darauf, dass Braun auch Chef der Geheimdienste ist, der engste Mitarbeiter der Kanzlerin und "eine komplexe und verantwortungsvolle Aufgabe in einer Welt, die sich so schnell dreht" ausübe. "Es ist außergewöhnlich. Respekt und Anerkennung, was du da leistest." Und dennoch halte er immer Kontakt zu Wahlkreis und Kreisverband. "Wir können stolz sein auf unseren Abgeordneten", so Bouffier, der als besondere Attribute Brauns "Kompetenz, Überzeugung und Vertrauen" nannte. "Wir wollen den Menschen sagen, wir haben eine Idee für die Zukunft und einen herausragenden Kandidaten in der Region mit Helge Braun."

Dieser machte klar, dass am 26. September über die Zukunft Deutschlands entschieden werde. Vielen sei noch immer nicht bewusst, dass die Kanzlerin danach nicht mehr Merkel heißt. "Das ist eine Zäsur für unser Land." Braun zeigte sich zuversichtlich, dass "wir im Sommer jedem Bürger ein Impfangebot machen können und das Virus seinen Schrecken verliert. Wir sind früher und schneller dabei, diese Pandemie zu bewältigen als geglaubt. Am 26. September haben wir eine Situation, dass sich nur noch derjenige vor einem schweren Verlauf fürchten muss, der kein Impfangebot angenommen hat."

Eine Hauptaufgabe der nächsten Bundesregierung sei es, die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder in Schwung zu bringen und ihre Dynamik zu fördern, damit zu alter Stärke zurückfinde. "2022 wird entscheiden, wer wie aus der Krise hervorgeht. Viele asiatische Länder haben bereits 2020 wirtschaftliches Wachstum gehabt. Unsere Aufgabe ist es, so schnell wie möglich aufzuholen. Das ist in Europa nicht leicht". Die CDU gebe der Wirtschaft Leitplanken, damit sich diese schnell erholt, während Rot-Rot-Grün "keine anderen Ideen als Steuererhöhungen und Sozialausgaben haben, die zur Erhöhung unserer Sozialbeiträge führen", ging Braun auch auf den politischen Gegner ein.

"Von uns überzeugen"

Im Herbst gehe es darum, für die CDU zu kämpfen und nicht schon für Koalitionen. "Solche Überlegungen können sich schnell in Luft auflösen. Wir wollen von uns überzeugen", mahnte er. In dieser Dekade werde sich viel beim Klimaschutz entscheiden. "Die CDU nimmt die Herausforderung, den Klimawandel zu stoppen, an. Wir wollen dies durch Innovation lösen". Braun lobte die Landwirtschaft, die den Wahlkreis stark präge und keinesfalls das Problem, sondern vielmehr die Lösung für den Naturschutz sei.

Abschließend ging der Kanzleramtsminister auf das Thema ein, das die meisten Bürger aus dem Wahlkreis in ihren Briefen ansprächen: die Pflege. Nicht nur müsse der Pflegeberuf attraktiver gemacht, sondern auch die Pflegeversicherung überdacht und auf neue Füße gestellt werden, "denn da stimmt was nicht. Wir brauchen eine grundlegende Pflegereform. Wer langfristig betroffen ist kann auf mehr Unterstützung hoffen. Dies will ich in der nächsten Legislaturperiode umsetzen."

Mitbewerber um das Direktmandat sind bislang Felix Döring (SPD) und Behzad Borhani (Grüne).

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