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Gießener CDU will Kanzleramtschef Helge Braun wieder in Berlin sehen

Kanzleramtschef Helge Braun wurde am Samstag erneut zum Direkt- kandidaten der CDU für die anstehende Bundestagswahl gewählt. Für die einzige Aufregung in der Kongresshalle sorgte ein Landwirt aus der CDU Hungen, der Kritik übte.

Kanzleramtschef Helge Braun wurde am Samstag erneut zum Direkt- kandidaten der CDU für die anstehende Bundestagswahl gewählt. Für die einzige Aufregung in der Kongresshalle sorgte ein Landwirt aus der CDU Hungen, der Kritik übte.

Gießen – Die Programmpunkte wurden zügig abgehandelt, einige nach hinten verlegt, andere vorgezogen. Die Wahlkreisdelegiertenversammlung der CDU an diesem Samstag (27.02.2021) stand im Zeichen von Corona - schnell sollte es gehen. Das Ergebnis nach eineinhalb Stunden Versammlung in der Kongresshalle überraschte nicht: Der Gießener Helge Braun wurde vom Wahlkreis Gießen/Vogelsberg mit 129 Ja- und 8 Nein-Stimmen - das vierte Mal in Folge - zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt. Manfred Paul von der CDU Hungen nutzte dabei die Gelegenheit, um Braun noch einmal die Kritik der örtlichen Landwirte am Insektenschutzgesetz der Regierung mitzugeben.

Kanzleramtschef Braun war der einzige Kandidat, der auf der Delegiertenversammlung zur Wahl vorgeschlagen wurde. Diese Formalie übernahm Ministerpräsident Volker Bouffier. In seiner Rede lobte Bouffier Braun für seine Arbeit in der Pandemie: »Wir haben Glück, dass wir einen Arzt als Chef des Kanzleramtes haben.«. Braun sei es gelungen, nicht nur das Vertrauen der CDU, sondern auch das der Bürger zu gewinnen.

Gießen: Helge Braun (CDU) will Europa zusammenhalten

Danach hielt Braun seine Bewerberrede , die er mit einem Bekenntnis zu Europa begann: »Es ist unsere Aufgabe Europa zusammenzuhalten.« Das könne laut Braun nur mit einer CDU in der Regierung funktionieren, denn Ideen der SPD wie einen gemeinsamen Mindestlohn oder gemeinsame Schulden, würden die Zustimmung zu Europa gefährden. »Mit Rot-Rot-Grün hat Europa keine Zukunft«, sagte Braun.

Beim Thema Corona zeigte sich Braun anschließend optimistisch, dass Schnelltests und Impfungen bald helfen werden, dass »die Pandemie ihren Schrecken verliert.« Er lobte dabei die deutschen Innovationen und kassierte einen Lacher, als er vom Impfhersteller Biontech sprach: »Das Startup aus Mainz ist so nah, das ist ja fast Hessen.«

Was viele Unternehmer nicht freuen dürfte: Braun zeigte sich skeptisch dagegen, dass staatlichen Unterstützungen wie Kurzarbeitergeld, über dieses Jahr hinaus gehen. Die CDU werde die »Leitplanken« für einen wirtschaftlichen Wiederaufbau mit stabilen Steuern und Energiepreisen setzen, und nicht mit Subventionen, erklärte Braun.

Helge Braun (CDU) wird von Landwirt aus Region Gießen gefordert

Das Klima wolle Braun nicht retten, indem der Lebensstandard gesenkt oder die Mobilität begrenzt werde, »sondern mit Innovationen«. Braun sagte mit Blick auf die Landwirte: »Ich habe schon neunmal gegen das Glyphosatverbot gestimmt.«

Erst vor kurzem hatte sich Braun per Videoschaltung den Fragen örtlicher Landwirte gestellt, die vor dem Gießener CDU-Sitz gegen das Insektenschutzgesetz demonstriert hatten. Braun sagte am Samstag, dass für ihn die Landwirtschaft nicht das Problem, sondern die Lösung für den Umweltschutz sei.

Nach seiner Rede meldete sich jedoch Manfred Paul von der CDU Hungen zu Wort - als einziger auf der Versammlung - und hielt eine kurze emotionale Ansprache: »Ich stehe jetzt schon seit 14 Tagen in Wiesbaden.« Dort demonstrieren Bauern gegen das neue Insektenschutzgesetz der Regierung, das eine Reduzierung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erreichen will. »Das wird für uns Landwirte einfach nicht funktionieren.« Dafür bekam Paul Applaus, der aber etwas verlegen in der großen Kongresshalle ausfiel.

Helge Braun (CDU) in Gießen: Angebot an die Landwirte

Braun versuchte zu vermitteln und sagte: »Wir müssen bei diesem Thema einen gesellschaftlichen Frieden finden.« Die Bauern müssen bei dieser Veränderung vom Staat unterstützt werde. Nach der Änderung müssen die Menschen aber auch endlich aufhören »in ihre Ställe einzubrechen und zu sagen, die Bauern wären Teil des Problems und nicht der Lösung.«

Nach Brauns Antwort ging die geheime Abstimmung schnell vonstatten. 137 Personen nahmen an der Wahl teil und 94,5 Prozent stimmten für Braun. Der bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen und sprach explizit Paul noch einmal mit einem Angebot an: Wenn irgendein Landwirt aus dem Kreisgebiet Redebedarf habe, Braun rufe ihn an.

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