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Reporterlegende der ARD: Gerd Ruge ist tot

Er berichtete aus Russland, aus China, aus den USA: Jetzt ist der Journalist Gerd Ruge mit 93 Jahren gestorben. Der WDR stellt zu seinen Ehren sein Programm um.

Der langjährige ARD-Korrespondent Gerd Ruge ist tot. Der bekannte Journalist starb am Freitag im Alter von 93 Jahren in München, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Samstag mitteilte. Ruge berichtete viele Jahre als Korrespondent aus Ländern wie Russland und den USA. Er galt als Reporterlegende.

Der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Tom Buhrow sagte: »Gerd Ruge gehört zu den großen Reporterpersönlichkeiten der ersten Stunde. Profunde Analysen, präzise Interviews und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären, das zeichnete ihn aus.« Ruge sei ein wertvoller Zeitzeuge wichtiger politischer Ereignisse im In- und Ausland gewesen, seine zahlreichen Auslandsreportagen und Reiseberichte blieben unvergessen. Für viele nachfolgende Generationen von Journalistinnen und Journalisten sei er Vorbild und Orientierung gewesen.

Gerd Ruge wurde am 9. August 1928 in Hamburg geboren, zum Rundfunk kam er 1949. Seine berufliche Laufbahn ist vor allem von seiner Tätigkeit für die ARD geprägt. Ruge war in unterschiedlichen Positionen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tätig. In den 1950er-Jahren ging er als ARD-Korrespondent nach Moskau, in den 1960er-Jahren in die USA. Anfang der 1970er-Jahre übernahm der ARD-Chefkorrespondent die Leitung des Bonner WDR-Studios. In den 1970er-Jahren war er außerdem mehrere Jahre für die Tageszeitung »Die Welt« in China tätig, danach arbeitete er wieder für die ARD.

Ein Reporter »aus Neigung und Überzeugung«

Als er 1993 in den Ruhestand ging – was nicht das Ende seiner journalistischen Arbeit bedeutete – schrieb der SPIEGEL einmal über Ruge, »mit seiner nuschelnden Stimme und seinem unaufgeregten Erklärstil« gehöre er zu »den wenigen unverwechselbaren Reportern des deutschen Fernsehens«. Ruge sei ein Reporter »aus Neigung und Überzeugung«.

Auf Twitter äußerte sich am Samstag unter anderem Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, zum Tod von Gerd Ruge. »Was für ein Verlust!«, schrieb sie. »Ich habe viel gelernt von ihm, und später durfte ich einige seiner Auslandsdokus betreuen. Da geht ein ganz Großer!« Hassel beschrieb Ruge als »weltgewandt, mutig, unbestechlich und immer voller Humor und Wärme den Menschen um ihn herum zugewandt.«

Der WDR kündigte an, anlässlich von Ruges Tod das Programm für Samstagabend und Samstagnacht zu ändern: Ab 21.45 Uhr will sich der Sender nun dem Reporter widmen. Ausgestrahlt wird dabei unter anderem »Gerd Ruge unterwegs – Sommer am Colorado«, eine von Ruges letzten Reportagen.

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