Turnier-Nostalgie: Fußball, dieser wunderbare Safespace für ...

Turnier-Nostalgie: Fußball, dieser wunderbare Safespace für ...
Früher konnte man in der Kneipe herrlichen Unsinn über die »flache Vier« reden. Jetzt hat uns die Fifa die Leichtigkeit des Laberns genommen.

Wann wird es mal wieder schön? Als ich mein Abi bestanden hatte, rätselhafterweise, sah ich da diesen Mann im Fernsehen. Er sah aus wie ein Lehrer, dem man vertraut. Jürgen Klopp. Es war die WM 2006 und schön warm, und dieser gut gelaunte Experte zeichnete irgendwelche Kreise und Pfeile aufs Spielfeld. Zickzack. In die Schnittstelle! Hoch stehen, tief stehen. Arne Friedrich möchte kurz spielen, Bernd Schneider bietet sich lang an. Jetzt halten wir noch mal an, Stopp! Ich verstand nichts, ich liebte es.

Fußball ist ein Safespace für Ahnungslose. Man kann in der Kneipe ungestraft Sätze sagen wie »Die Doppelsechs muss viel besser verschieben«, oder Wörter wie »Diagonalpass« in die Diskussion einführen, irgendeiner nickt immer. Dieser Sport ist inklusiv. Komm rein, rede Unsinn, du bist einer von uns.

Die Verbrecher von der Fifa haben uns die Leichtigkeit des Laberns genommen. Es geht jetzt, gezwungenermaßen, um die großen Zeichen. Wann wird es wie früher? Wenn man müde und schon ein bisschen lallend das 4-4-2 zerlegt, die »flache Vier«, und irgendeiner nickt. Früher war es schön.

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