Letzte Generation: Mehrere Festnahmen nach Klimablockade am ...

28 Tage vor
Flughafen München

Der Flughafen München hat den Betrieb nach einem Klimaprotest der Letzten Generation wieder vollständig aufgenommen. Das bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei dem SPIEGEL. Demnach seien beide Start- und Landebahnen seit 7.19 Uhr wieder freigegeben. Alle beteiligten Aktivisten – acht insgesamt – befinden sich den Angaben zufolge nun in Polizeigewahrsam. Laut Angaben des Flughafens müssen Reisende mit Verspätungen rechnen.

Es könne noch eine Weile dauern, bis sich der Verkehr am Samstag normalisiere, teilte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa mit. »Wir haben insgesamt knapp 1000 Starts und Landungen geplant.« Durch die enge Taktung der Flüge komme es in solchen Fällen immer noch eine Weile zu Verspätungen. Passagiere, die für Samstag einen Flug gebucht hatten, sollten auf jeden Fall Kontakt mit ihrer Airline aufnehmen.

Zahlreiche Polizei- und Feuerwehrkräfte im Einsatz

Klimaschutzaktivisten hatten zu Beginn der Pfingstferien für erhebliche Behinderungen am Münchner Flughafen gesorgt. Die Aktivisten drangen am frühen Samstagmorgen auf das Gelände des Airports ein und klebten sich an Rollbahnen neben den Landebahnen fest. Laut Angaben von Sprechern des Flughafens sowie der Bundespolizei wurde der Airport aus Sicherheitsgründen zunächst komplett geschlossen. Nach etwa zwei Stunden konnte dann zunächst eine der beiden Start- und Landebahnen in Betrieb gehen, etwa eine Stunde später auch die zweite Bahn.

Die Letzte Generation hatte auf dem Netzwerk X mitgeteilt, dass sich insgesamt sechs Personen in Zweiergruppen an unterschiedliche Stellen des Münchner Flughafens gesetzt hätten. Zahlreiche Polizeibeamte und Feuerwehrkräfte waren vor Ort, um die Aktivisten zu entfernen.

Der Sprecher der Bundespolizei sagte, dass zunächst acht Personen an vier unterschiedlichen Stellen zeitgleich auf das Gelände gelangen wollten. Die Männer und Frauen hätten sich durch den Sicherheitszaun des Flughafens geschnitten. Zwei der Aktivisten hätten noch im Bereich des Zauns festgenommen werden können, die anderen seien weiter in den Innenbereich gekommen.

Wie der Flughafensprecher erklärte, waren morgens ab fünf Uhr zunächst nur geplante Landungen in München betroffen, weil Starts erst ab sechs Uhr stattfinden dürften. In der ersten Betriebsstunde seien acht Maschinen zu anderen Flughäfen umgeleitet worden.

Der Münchner Flughafen hatte am ersten Ferienwochenende zahlreiche Urlauber erwartet, insgesamt etwa 350.000 Passagiere waren von Freitag bis Sonntag angekündigt. Der Münchner Airport wollte in dieser Zeit 2860 Flüge abfertigen. Insgesamt seien in den Pfingstferien, der nach Ostern zweiten großen Reisewelle des Jahres, sieben Prozent mehr Flüge angemeldet worden als im Vorjahr, berichtete der Flughafen vor dem Ferienstart.

Letzte Generation wollte Ferienbeginn am Airport stören

Mitglieder der Letzten Generation hatten laut eigenen Angaben geplant, auf das Gelände des Flughafens zu gelangen, um mindestens eine der beiden Start- und Landebahnen zu blockieren. Damit wollten sie den beginnenden Reiseverkehr zum Start der Pfingstferien stören.

Hintergrund der Protestaktion sei, dass der Flugverkehr knapp zehn Prozent der deutschen Verantwortung für die Erderhitzung ausmache. Die Flugbranche werde durch den Verzicht auf Kerosin- und Mehrwertsteuer vom Staat subventioniert, kritisierten die Aktivisten. Sie fordern ein entschiedeneres Durchgreifen der Politik angesichts des Klimawandels.

In der Vergangenheit hatte die Gruppe bereits ähnliche Aktionen an mehreren deutschen Flughäfen durchgeführt, etwa in Berlin, Hamburg und Düsseldorf. In München gab es bereits im Dezember 2022 eine Blockade am Airport. Damals konnte deswegen nach Behördenangaben ein Flugzeug, das einen Notfallpatienten an Bord hatte, erst mit 20-minütiger Verspätung am Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt landen.

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