Elbtower: Stadt Hamburg meldet Wiederkaufsrecht an

27 Tage vor

Stand: 15.05.2024 07:47 Uhr

Nach der Signa-Insolvenz gibt es mehrere Interessenten für den Elbtower-Rohbau. Das haben Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) und Hafencity-Chef Andreas Kleinau am Dienstag bekannt gegeben. Zudem greift die Stadt stärker ins Geschehen ein.

Elbtower - Figure 1
Foto NDR.de

Demnach hat die Stadt zum 1. Mai gegenüber dem Insolvenzverwalter der Signa-Gruppe ihr Wiederkaufsrecht angemeldet. Das heißt: Sie hat jetzt neun Monate Zeit, diese Option zu ziehen - so die vertraglich festgelegte Frist.

Pein: Notwendiger Schritt

Wie Stadtentwicklungssenatorin Pein im Haushaltsausschuss der Bürgerschaft sagte, sei dieser Schritt nötig geworden, weil die Stadt im aktuellen Verkaufsverfahren keinerlei Mitspracherecht habe. Sie wisse noch nicht einmal, wer sich beim Insolvenzverwalter um den Weiterbau des Elbtowers beworben hat.

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Zwei Szenarien zeichnen sich ab

Sollte der Insolvenzverwalter am Ende einem Investor bevorzugen, der für die Stadt nicht infrage kommt, bliebe nur der Rückkauf vom Grundstück - den Rohbau würde sie dann quasi gratis dazubekommen. Damit droht eine Situation, die die Stadt immer vermeiden wollte. Dann wäre sie faktisch der neue Bauherr des Milliardenprojektes. Entweder es gibt bis Ende Januar nächsten Jahres einen Investor, mit dem die Stadt leben kann, oder sie muss vor Ablauf der neun Monate kaufen, wenn sie Herr des Verfahrens bleiben will. Entscheiden werde man, wenn es soweit ist, so Pein.

Bauarbeiten ruhen seit über einem halben Jahr

Die Bauarbeiten am Elbtower ruhen seit Ende Oktober vergangenen Jahres. Das beauftragte Bauunternehmen hatte die Arbeiten eingestellt, weil die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko Rechnungen nicht bezahlt hat. Die Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG meldete im Januar dieses Jahres Insolvenz an. Sie ist eine mittelbare Tochter der ebenfalls bereits insolventen Signa Prime Selection AG.

Der Elbtower soll den Abschluss der Hamburger Hafencity im Osten bilden. Den ursprünglichen Planungen zufolge soll das Hochhaus bei den Elbbrücken 245 Meter hoch und damit das dritthöchste Gebäude Deutschlands werden. Vorgesehen sind Büros, Geschäfte, Galerien, Restaurants und eine Aussichtsplattform in der 55. Etage. Die Kosten wurden bisher mit 950 Millionen Euro beziffert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.05.2024 | 06:00 Uhr

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