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Dogecoin-Mitgründer: "Kryptowährungen sind eine rechte, hyperkapitalistische Technologie"

Jackson Palmer, Mitgründer des Dogecoin, lässt sich zum letzten Mal unverblümt über die Krypto-Szene aus
Krypto

Jackson Palmer, Mitgründer des Dogecoin, lässt sich zum letzten Mal unverblümt über die Krypto-Szene aus

16. Juli 2021, 08:00

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Auch dank Elon Musk erlebte der Dogecoin 2020 einen enormen Anstieg, stürzte dann aber wie viele andere Kryptowährungen 2021 wieder ab.

Foto: Reuters, DADO RUVIC

Auf Twitter lässt der Dogecoin-Mitgründer Jackson Palmer einmal mehr seiner Missgunst gegenüber der Krypto-Szene freien Lauf. Kryptowährungen sind laut Palmer eine "rechte, hyperkapitalistische Technologie", die einzig und allein ihre Befürworter reicher mache. Eine Rückkehr in die Szene schließt er entschieden aus.

Viel Frust

Bereits 2013 entwickelte der Programmierer Palmer, gemeinsam mit Billy Markus, den Dogecoin. Eine Kryptowährung, die als Parodie auf den Krypto-Hype geplant war und später selbst einen irren Anstieg erlebte. Palmer ist schon seit 2015 nicht mehr Teil der Szene und hat von dem großen Erfolg seiner Währung nicht profitiert. Der Grund für seine schnelle Abkehr war die schon damals laut ihm "toxische Community".

Laut seinem aktuellen Statement setze das "Kartell der Reichen", die Krypto-Händler, auf einen "Mix aus Steuervermeidung, Verminderung der Regulierung und einer künstlich erzwungenen Knappheit". Bestehende, zentralisierte Finanzsysteme würden zunehmend andocken, obwohl diese durch die Krypto-Szene eigentlich ersetzt werden sollen. Auch die Medienlandschaft befasse sich laut Palmer zu unkritisch mit der Thematik. Der "kultähnliche Glaube an die Möglichkeit, schnell reich werden zu können", ziehe offenbar nicht nur bezahlte Influencer in seinen Bann, sondern auch viele andere.

Nicht reich geworden

Kritik wolle er ab jetzt auch nicht mehr öffentlich an der Szene üben, da gutgläubige Anlegerinnen und Anleger gar nicht hören wollen, dass sie eventuell doch nicht Milliardäre werden könnten. Die Lust an Diskussionen habe Palmer deshalb verloren. Somit schließt er auch eine Rückkehr in die Szene, die immer wieder als Gerücht in den Raum gestellt wird, kategorisch aus.

Selbst hat Palmer übrigens kein Geld mit Dogecoin verdient. In einem Interview mit "Decrypt" 2018 gesteht er: "Es war ein Hobbyprojekt. Ich habe viele Menschen reich gemacht, ich selbst habe keinen Cent verdient. So erzähle ich den Leuten, dass ich den Dogecoin geschaffen habe, was retrospektiv natürlich eine lustige Geschichte ist." (red, 16.7.2021)

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