Russland beschlagnahmt Vermögen von Deutscher Bank und ...

28 Tage vor
Deutsche Bank Russland

Stand: 18.05.2024 20:09 Uhr

Wegen der westlichen Sanktionen platzte der Bau eines Gasterminals in Russland. Ein Gericht hat nun Vermögen mehrerer Banken beschlagnahmt, die an dem Geschäft beteiligt waren - darunter Deutsche Bank und Commerzbank.

Die russische Justiz hat die Beschlagnahmung von Vermögenswerten mehrerer westeuropäischer Banken angeordnet. Betroffen sind unter anderem die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Wie aus Unterlagen des Gerichts in St. Petersburg hervorgeht, sind bei der Deutschen Bank bis zu 238 Millionen Euro an Wertpapieren, Immobilien und Guthaben des Kreditinstituts und seiner russischen Tochtergesellschaft betroffen. Bei der Commerzbank geht es demnach um Vermögenswerte im Volumen von 93,7 Millionen Euro sowie Wertpapiere und das Gebäude der Bank im Zentrum Moskaus.

Auch italienische UniCredit betroffen

Hintergrund ist der ursprünglich geplante Bau einer Gasverarbeitungsanlage durch den Linde-Konzern im russischen Ostsee-Hafen Ust-Luga westlich von St. Petersburg. An der Finanzierung der Anlage wollten sich beide Institute beteiligen. Auftraggeber von Linde war das Unternehmen RusChemAlliance, das zur Hälfte dem staatlichen russischen Gazprom-Konzern gehört. Linde hatte die Arbeiten an dem Projekt wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland aufgegeben.

Neben den beiden deutschen Großbanken ist unter anderem auch die italienische UniCredit betroffen - eine der vor dem Ukraine-Krieg am stärksten in Russland engagierten europäischen Banken. Hier ließen die Richter Vermögen und Eigentum im Wert von rund 463 Millionen Euro beschlagnahmen.

Vergeltungsmaßnahmen wegen Sanktionen

Die Deutsche Bank erklärte, es bleibe "abzuwarten, wie diese Entscheidung von den russischen Gerichten umgesetzt wird und welche Folgen dies für unseren operativen Betrieb in Russland hat". Das Finanzinstitut sieht sich demnach "durch eine Entschädigungsvereinbarung mit einem Kunden vollständig abgesichert". 

UniCredit teilte in einer Erklärung mit, dass die Entscheidung des russischen Gerichts zum Einzug der Vermögenswerte in Russland bekannt sei. Diese müsse nun "im Einzelnen" geprüft werden. Von der Commerzbank gibt es noch keine Stellungnahme.

Russland reagiert zunehmend mit Vergeltungsmaßnahmen auf Sanktionen, die westliche Länder wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt haben. Zahlreiche Unternehmen mussten die Beschlagnahmung oder Pfändung von Vermögenswerten hinnehmen, neue Manager wurden bei den russischen Tochtergesellschaften eingesetzt. Firmen, die sich aus Russland zurückziehen, müssen ihre Geschäfte zum Teil zu erheblichen Preisnachlässen an russische Unternehmen verkaufen. Oft wird nur ein symbolischer Rubel gezahlt.

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