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Warum die Rapper-Frau nicht im Clan-Prozess war: Anna-Maria Ferchichi und Bushido bangen um ungeborenen Drilling

Anna-Maria Ferchichi kann vorerst nicht vor Gericht gegen Clan-Boss Arafat Abou-Chaker aussagen. Sie und ihr Mann Bushido erleben schreckliche Tage.
22:43 Uhr
Warum die Rapper-Frau nicht im Clan-Prozess war : Anna-Maria Ferchichi und Bushido bangen um ungeborenen Drilling

Anna-Maria Ferchichi kann vorerst nicht vor Gericht gegen Clan-Boss Arafat Abou-Chaker aussagen. Sie und ihr Mann Bushido erleben schreckliche Tage.

Alexander Fröhlich
Der Rapper Bushido und seine Ehefrau Anna-Maria Ferchichi.
Der Rapper Bushido und seine Ehefrau Anna-Maria Ferchichi.IMAGO / Raimund Müller

Schlimmer Schicksalsschlag für Rapper Bushido und seine mit Drillingen schwangere Ehefrau Anna-Maria Ferchichi: Die 39-Jährige könnte eines der drei ungeborenen Kinder verlieren. Via Twitter teilte der 42-Jährige, der bürgerlich Anis Ferchichi heißt und Mitte August ein neues Album herausbringen wollte, mit: „Da es sein kann, dass wir eines unserer ungeborenen Kinder beerdigen müssen, bitte ich um Verständnis, dass Musik momentan keinen Platz in meinem Leben einnimmt.  Zu gegebener Zeit gebe ich ein neues Datum für mein Album bekannt.“

Der drohende Tod eines der Drillinge ist der Grund, warum Anna-Maria Ferchichi vorerst nicht als Zeugin im Prozess gegen Clan-Boss Arafat Abou-Chaker und frühestens erst ab Ende November weiter aussagen kann.

Dessen Anwalt hatte am Montag in der Verhandlung am Landgericht Berlin das Fernbleiben der Zeugin kritisiert. Einer der Verteidiger sagte zudem, dass die bislang vorgelegten ärztlichen Atteste nicht ausreichten, um eine Verhandlungsunfähigkeit zu begründen.

Die 39-Jährige, die Anfang Juli ins Krankenhaus kam, reagierte am Montagabend erbost via Instagram: „Denken sie wirklich, ich drücke mich vor meiner Aussage?“ Und dann erklärte sie, wie schlimm es um ihr Kind steht: „Ein Herz meines Kindes wird voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Wochen aufhören zu schlagen.“

In der 17. Schwangerschaftswoche, drei Tage nach ihrer letzten Aussage vor Gericht Ende Juni, sei die Fruchtblase geplatzt. Sie und ihr Mann hätten eine Entscheidung treffen müssen – „gegen ein Kind, aber für die anderen beiden“. Das beschäftige sie seit vier Wochen.

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An den Anwalt des Clan-Mannes gerichtet schreibt Anna-Maria Ferchichi: „Ich versuche, Ihre verletzende Aussage durch Ihren Beruf zu rechtfertigen, man fängt wohl nach all den Jahren an, genauso moralisch verwerflich zu werden wie seine Klientel!”

Und weiter schreibt die 39-Jährige, die die Schwester von Sängerin Sarah Connor ist: „Vielen Dank, dass ich mein Innerstes jetzt nach außen kehren musste, da Ihnen mein Attest nicht gereicht hat.“ Anna-Maria Ferchichi und Bushido hatten erst Mitte Juni bekannt gegeben, dass sie Drillinge erwarten. Sie haben bereits fünf Kinder, darunter auch zweieiige Zwillinge.

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Bushido ist Nebenkläger in einem laufenden Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker. Es geht um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil Bushidos: Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährigen Abou-Chaker Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt sind drei seiner Brüder.

Abou-Chaker soll Bushido bedroht, eingesperrt und attackiert haben

Zu den Straftaten soll es gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die Beziehungen zu seinem langjährigen Geschäftspartner aufgelöst hatte. Der Clan-Boss habe dies nicht akzeptieren wollen. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit einer Wasserflasche und einem Stuhl attackiert worden.

Vor seiner Frau hatte Bushido in dem seit Mitte August 2020 laufenden Verfahren an 25 Tagen als Zeuge ausgesagt. Bushido verglich seine Beziehung zu Abou-Chaker mit einer Zwangsheirat. Anna-Maria Ferchichi, die wie ihr Mann von Personenschützern im Gerichtssaal bewacht wurde, hatte im Juni als Zeugin berichtet, dass der Clan-Boss kontrolliert, dirigiert, diktiert habe.

Auch Musikmanager Ashraf Rammo soll aussagen

Als nächster Zeuge ist für Mitte August der Musikmanager Ashraf Rammo geladen. Er hatte bereits wegen Raub und Körperverletzung im Gefängnis gesessen, gilt aber auch als tüchtiger Geschäftsmann und als Pate der deutsche Gangstarapszene – auch wegen der Verbindungen in die organisierte Kriminalität. Er stammt aus einer der berüchtigsten deutsch-arabischen Großfamilien Deutschlands.

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Rammo soll so etwas wie eine „Rücken“ sein, wie es im Slang heißt – jemand, der Rappern Schutz gewährt, ihnen den Rücken freihält.  Der Rapper Massiv hatte Rammo sogar mal einen Song gewidmet und ihn darin als „Berlins Marlon Brando“ bezeichnet.

[Lesen Sie mehr: Trotz Konfiszierung: Wieso Neukölln den Remmo-Clan nicht aus seiner Villa werfen kann (T+)]

Rammo galt im Bushidos Trennungsstreit mit Abou-Chaker auch als Vertrauter des Rappers. Er soll 2019 auch dem Rapper Capital Bra geholfen haben. Der soll von zwei Clans – El-Zein und Miri – erpresst worden sein. Dafür sollen soll sogar eine als besonders brutal geltenden Tschetschenen-Bande angeheuert worden sein.  

Mehr zum Thema Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt Clans bedrohen Rapper Capital Bra
Der Rapper Capital Bra.
Hannes Heine Alexander Fröhlich

Das Bundeskriminalamt und auch die Berliner Polizei gehen von engen Verbindungen zwischen Hip-Hop-Szene, Rappern und organisierter Kriminalität - insbesondere Clans - aus. Die Clans haben erfolgreiche Rapper als Geschäftsfeld für sich ausgemacht. Bushido und Abou-Chaker hatten dafür das Vorbild geliefert. 

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