Johnson: Ampel präferierte Kapitulation Kiews

Dem britischen Ex-Premier Johnson zufolge hätte die Ampel-Koalition vor Kriegsbeginn noch eine schnelle Kapitulation der Ukraine präferiert.
ZDFheute

Johnson: Ampel präferierte Kapitulation Kiews ZDFheute Logo

Dem britischen Ex-Premier Johnson zufolge hätte die Bundesregierung vor Kriegsbeginn eine schnelle Kapitulation der Ukraine präferiert. Diese Sicht sei katastrophal gewesen.

Boris Johnson am 13.11.2022 in London Der britische Ex-Premierminister Boris Johnson sorgt mit Aussagen über angebliche Positionen der Bundesregierung vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine für Aufsehen.
Quelle: picture alliance / empics

Johnson: Bundesregierung wollte im Kriegsfall schnelles Ende

"Die deutsche Ansicht war zu einem bestimmten Zeitpunkt, dass es besser wäre - wenn es (der russische Angriff; Anmerkung d. Red.) denn passieren würde, was eine Katastrophe wäre -, wenn die ganze Sache schnell vorbei wäre und die Ukraine aufgeben würde", zitierte der US-Sender CNN den früheren Regierungschef.

Das konnte ich nicht unterstützen, ich hielt das für eine katastrophale Sichtweise.

Boris Johnson, britischer Ex-Premierminister

"Aber ich kann verstehen, warum sie so dachten und fühlten, wie sie es taten." Deutschland habe dafür "alle möglichen stichhaltigen wirtschaftlichen Gründen" vorgebracht.

Während Boris Johnson der Bundesrepublik Vorwürfe macht,hat der ukrainische Präsident Selenskyj die Einrichtung von über 4.000 Wärmestuben angekündigt.

Beitragslänge: 1 min Datum: 23.11.2022

Bundesregierung bestreitet Behauptung von Johnson

Regierungssprecher Steffen Hebestreit hat die Äußerungen von Boris Johnson zur deutschen Ukraine-Politik scharf dementiert. Der Sprecher von Kanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte zu den Vorwürfen auf Englisch: "This is utter nonsense."

Wir wissen, dass der sehr unterhaltsame frühere Premier immer ein eigenes Verhältnis zur Wahrheit hat - das ist auch in diesem Fall nicht anders.

Steffen Hebestreit, Regierungssprecher

Bundeskanzler Olaf Scholz und die Bundesregierung insgesamt hätten sich für substanzielle Waffenlieferungen an die Ukraine entschieden, von daher "sprechen die Fakten gegen diese Unterstellung".

Russlands Einmarsch in die Ukraine war für Johnson ein Schock

Die Aussagen machte Boris Johnson dem Sender zufolge bereits am Montag in einem Gespräch mit CNN-Moderator Richard Quest in Lissabon. Sie erreichten aber erst am Mittwoch ein größeres Publikum.

Wie geeint ist Europa noch? Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Juncker und EU-Politiker Asselborn über ein zerrissenes Europa, der Angst vor einem Nuklearangriff und der Hoffnung auf Frieden.

Beitragslänge: 10 min Datum: 27.10.2022

Der Ex-Premier, der während des Krieges mehrmals nach Kiew reiste, sagte, der russische Aufmarsch an den ukrainischen Grenzen sei ein Schock gewesen. "Wir konnten sehen, wie die Menge der russischen taktischen Bataillonsgruppen zunahm, aber verschiedene Länder hatten sehr unterschiedliche Ansichten", sagte Johnson.

Boris Johnson: Verhandlung mit Putin waren unmöglich

Viele westliche Regierungen hatten vor dem russischen Angriff befürchtet, dass die Ukraine aufgrund der Übermacht des russischen Militärs innerhalb weniger Tage geschlagen sein könnte.

Der ehemalige Regierungschef kritisierte auch Frankreich und Italien für ihre Haltungen vor Kriegsausbruch. Mit dem russischen Angriff am 24. Februar hätten sich die Ansichten aber geändert, betonte Johnson.

"Was passierte, war, dass alle - Deutsche, Franzosen, Italiener, alle, (US-Präsident) Joe Biden - sahen, dass es einfach keine Option gab. Weil man mit diesem Typen nicht verhandeln konnte", sagte Johnson mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Das ist der springende Punkt." Johnson lobte vor allem die Reaktion der EU als "brillant".

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Zerstörungen im Kiew am 23.11.2022

Liveblog

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Es gibt Sanktionen gegen Moskau, Waffen für Kiew. Aktuelle News und Hintergründe zum Krieg im Blog.

Vorsicht

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der ZDFmediathek.

Ähnliche Nachrichten