Boris Becker: Schock-Bilder zeigen erbärmliche Zustände in seinem erstem Knast

Boris Becker: Schock-Bilder zeigen erbärmliche Zustände in seinem erstem Knast

Tennislegende wird heute 55: Schock-Bilder zeigen schlimme Zustände in Boris Beckers erstem Knast

Der Ex-Tennisstar Boris Becker sitzt seit Ende April in England im Gefängnis, am heutigen Dienstag feiert er seinen 55. Geburtstag. Schwierige Zeiten liegen hinter ihm. Bilder in einem offiziellen Prüfbericht zeigen schockierende Zustände in Beckers erster Haftanstalt.

Es ist sein erster und ziemlich sicher auch sein letzter Geburtstag hinter Gittern. Der dreifache Wimbledon-Sieger Boris Becker wird am Dienstag (22. November) 55 Jahre alt. Seit Ende April verbüßt er in England eine Haftstrafe wegen Insolvenzstraftaten.

Bittere Monate liegen hinter Becker – dem früheren Tennisidol, der in seiner Karriere ganz oben war und sehr tief fiel. Genau vor 30 Jahren, am 22. November 1992, gewann der Leimener an seinem 25. Geburtstag vor Millionen Fernsehzuschauern die ATP-Weltmeisterschaft in Frankfurt und löste mit seinem Triumph einen neuen Becker-Hype aus.

Am 29. April 2022 der Tiefpunkt: Boris Becker wurde von Richterin Deborah Taylor vor einem Londoner Gericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, er kam noch im Gericht in Gewahrsam und wurde in jenes Gefängnis in London gebracht, das für seine harten Bedingungen, Überfüllung mit mehr als 1400 Insassen und schlechte hygienische Bedingungen berüchtigt ist – das Wandsworth Prison. Dort saß Becker die ersten gut drei Wochen seiner Haft ein.

Boris Becker: Gefängnisprüfer prangern Zustände in seinem erstem Gefängnis an

Wie hart die Zustände dort sind, zeigt ein offizieller Prüfbericht und belegt dies mit schockierenden Fotos . Erstellt hat ihn „His Majesty’s Inspectorate of Prisons“ (HMI Prisons), eine Inspektionsbehörde, die die Bedingungen in englischen Haftanstalten überprüft. Der jüngste Bericht entstand auf Basis eines Kontrollbesuchs im Juni 2022 – nur Wochen also, nachdem Becker von Wandsworth in sein jetziges Gefängnis Huntercombe verlegt wurde.

Der Chefinspekteur Charlie Taylor stellte mit Blick auf die Zustände in Wandsworth fest: „Das Gefängnis war weiterhin stark überfüllt, und viele Gefangene lebten unter sehr schlechten Bedingungen.“ Er prangerte an: „Häftlinge wurden in schmutzige, mit Graffiti beschmierte Zellen verlegt, von denen manche keine Fenster hatten.“ Müll in den Höfen ziehe Ungeziefer an. Es sei besorgniserregend und „enttäuschend“, dass von der Anstaltsleitung nicht die nötigen Anstrengungen unternommen worden seien, um die schlechten Bedingungen zu verbessern, befanden die Prüfer.

Beispielhaft belegen sie ihre Erkenntnisse in dem Bericht mit Bildern. Eines zeigt eine Zelle in einem ziemlich erbärmlichen Zustand. Der winzige Raum ist verdreckt, überall liegt Müll, Bodenfliesen fehlen. Ein weiteres Bild zeigt eine Zelle, die ebenfalls offensichtlich dringend sanierungsbedürftig ist: Sie ist dunkel und der Putz an den Wänden fehlt in weiten Teilen. Häftlinge hätten ihre Kleidung nur alle zwei Wochen waschen können, ist in dem Bericht weiter zu lesen. In einem Gefängnisflügel seien die Duschen in einem schlimmen Zustand gewesen.

Ein Foto dokumentiert einen mit Müll übersäten Außenbereich, der von Häftlingen aus den Zellen geworfen wurde.

Boris Becker saß die ersten drei Wochen seiner Haft im Wandsworth-Gefängnis

Auch was das Thema Gewalt unter den Gefangenen angeht, kam der Bericht zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Gewalt habe im Vergleich zum letzten Bericht sogar noch zugenommen. Laut HMI gab mehr als die Hälfte der Teilnehmer einer Umfrage an, dass sie sich in ihrer Zeit in Wandsworth schon einmal unsicher gefühlt hätten. Auch die Zahl der Übergriffe auf Gefängnismitarbeiter sei hoch.

Wer aus Wandsworth verlegt wird, kann also froh sein. Boris Becker kam nach gut drei Wochen im Wandsworth-Gefängnis Ende Mai in die Haftanstalt, wo er bis heute einsitzt. Wie sein deutscher Anwalt Christian-Oliver Moser damals bestätigte, wurde Becker ins Huntercombe-Gefängnis in Nuffield, rund 70 Kilomenter westlich von London, gebracht.

Seit Ende Mai sitzt Boris Becker im Huntercombe-Gefängnis

Es ist ein Gefängnis mit einer niedrigeren Sicherheitsstufe. Die Insassen – straffällig gewordene Männer aus dem Ausland – haben dort mehr Freiheiten als unter den Hochsicherheitsbedingungen in Wandsworth. Becker hat eine Einzelzelle, wie Moser im Sommer bestätigte.

Die HMI-Inspekteure haben ihren letzten Bericht zum Huntercombe-Gefängnis im Januar 2021 veröffentlicht – ein Beleg dafür, dass sie hier weniger Handlungsbedarf sehen. Lobend kamen sie damals zu dem Schluss: „Das Gefängnis wurde gut geführt und war fortschrittlich.“ Die Gefangenen hätten sich im Allgemeinen positiv zu ihren Erfahrungen in Huntercombe geäußert.

Aktueller ist der Bericht des „Independent Monitoring Boards“ (IMB) , eines weiteren unabhängigen Überwachungsgremiums für englische Gefängnisse, das einen fairen und humanen Umgang mit den Häftlingen sicherstellen soll. Die Mitglieder des IMB sind Freiwillige und Einwohner des Ortes, in dem das Gefängnis sich jeweils befindet. Im Juni 2022 veröffentlichte das Board seinen jüngsten Bericht zu Huntercombe und stellte fest, „dass das Gefängnis ein sicheres Umfeld für die Gefangenen darstellt“. Auch war man der Ansicht, dass „die Gefangenen im Allgemeinen fair und menschlich behandelt werden“.

Boris Becker: Das sagen unabhängige Prüfer zu seinem aktuellen Gefängnis

Lobend wurde erwähnt, dass in der Haftanstalt alle Zellen inzwischen über eigene Telefone verfügten, was Warteschlangen und Streitigkeiten unter den Insassen vermindere. Weiter äußerten sich die IMB-Prüfer positiv über das Essen in Huntercombe. Nur zwei Beschwerden seien innerhalb des zurückliegenden Jahres bei ihnen eingegangen. Es seien keine Bedenken bei der Hygiene festgestellt worden, die Portionen seien „angemessen und abwechslungsreich“ gewesen. Beim Mittag- und Abendessen habe eine Auswahl aus sechs verschiedenen Optionen zur Verfügung gestanden, lobten sie.

Das Huntercombe-Gefängnis wirbt zudem damit, dass die Insassen auch die Möglichkeit haben sollen, sich weiterzubilden und Sport zu treiben, auch Mal- und Maurerkurse werden angeboten. Darüber, was Boris Becker davon nutzt, dringt kaum etwas Offizielles nach außen. Es gehe ihm "weiterhin den Umständen entsprechend gut und er fügt sich konstruktiv in den Gefängnisalltag ein“, gab sein deutscher Anwalt Christian-Oliver Moser im Oktober lediglich bekannt.

Becker könne jederzeit telefonieren und mit seiner Außenwelt kommunizieren. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, er sei im Huntercombe-Gefängnis als eine Art Assistenz-Coach für Fitness und Psychologie tätig. Derartige Details bestätigt sein Anwalt nicht.

Becker könnte schon vor Weihnachten abgeschoben werden: In Deutschland wäre er ein freier Mann

Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Sun“ könnte Beckers Zeit hinter Gittern schon bald enden: Noch vor Weihnachten solle er nach Deutschland abgeschoben werden, schrieb das Blatt. Er sei für ein bestimmtes Abschiebungsprogramm im Schnellverfahren zugelassen, das sogenannte „Early Removal Scheme“ (ERS). Dessen Ziel sei es, die überfüllten britischen Gefängnisse zu entlasten.

Normalerweise können Häftlinge in Großbritannien frühestens nach der Hälfte ihrer Haftstrafe auf Bewährung entlassen werden. Im Fall von Becker wäre das am 29. Juli 2023 der Fall. Auf Anfrage von FOCUS online wollten sein britischer Anwalt Giles Bark-Jones und sein deutscher Anwalt Moser Berichte über eine bevorstehende Abschiebung nicht kommentieren. Ein Sprecher des britischen Innenministeriums äußerte sich auf Anfrage allgemein: „Jeder ausländische Staatsbürger, der wegen einer Straftat verurteilt wurde und eine Gefängnisstrafe verbüßen muss, kommt für eine Abschiebung zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Betracht.“

Eines steht fest: Sollte Becker tatsächlich vor Weihnachten abgeschoben werden, wäre er in Deutschland ein freier Mann. Das "Early Removal Scheme” sieht laut britischem Innenministerium eine vorzeitige Haftentlassung vor und bedeutet nicht, dass der Abgeschobene eine Reststrafe in seinem Heimatland verbüßen muss.

Surftipps: Hat Geburtstag - Boris Becker privat - all seine Ex-Frauen in Bildern

 Geschäftsmann - Boris Becker: Was aus seinen Millionen geworden ist

Mehr News:Nadia Nadim in Trauer - WM-Expertin erfährt in Live-Sendung, dass ihre Mutter bei Unfall starb

Schwerer Schicksalsschlag für die frühere dänische Fußball-Nationalspielerin Nadia Nadim. Als sie beim britischen Sender itv als WM-Expertin im Einsatz war, musste sie erfahren, dass ihre Mutter bei einem tragischen Unfall getötet wurde.

„Bockmist“ - Pfleger bekommt Pandemie-Bonus nicht und telefoniert Lauterbach hinterher

Sie waren in der Pandemie besonders belastet: Pflegekräfte in Kliniken und Altenheimen. Ein Pflegebonus in Höhe von einer Milliarde Euro soll sie nun entschädigen. Doch der kommt nicht überall an. Es regt sich Frust.

offenen Brief an seine Kritiker.

Ähnliche Nachrichten