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"Bares für Rares"-Kandidaten zittern nach Verkauf

Zwei Freunde aus München bieten bei "Bares für Rares" ein Designerstück an, d...

Zwei Jahre später habe Fornasetti durch einige Zeichnungen einen Riesen-Hype ausgelöst und einen ganz bekannten Namen aus Italien kennengelernt. "Das war Gio Ponti – auch Designer, Architekt und Möbeldesigner. Die beiden haben dann zusammengearbeitet", weiß Deutschmanek, der feststellt, dass auf dem Eiskübel Gläser aus dem Biedermeier, böhmische Gläser und Kristallgläser aufgedruckt sind.

"Der Zustand ist fast perfekt. Im Inneren gibt es nur eine kleine Beule, aber ansonsten quasi unbenutzt", meint der Experte, der das Objekt in den 60er- bis Anfang der 70er-Jahren verortet. Nach dem Wunschpreis gefragt, antwortet Bartsch: "42.000 Euro – ja gut, wir würden es auch für 200 Euro hergeben."

Damit ist Deutschmanek nicht einverstanden. "Wenn man es mal richtig übertreibt, so wie manche Internetseiten, dann stehen sie für 1.000 Euro da. Das ist aber völliger Quatsch. Nur weil der Name Fornasetti mit dahintersteht", findet der Experte. "Ich glaube, dass hier ein realistischer Preis bei 300 bis 400 Euro liegt."

Mit diesem Preis hat Lichter nicht gerechnet. "Boah! Also für einen Fünfer auf dem Trödelmarkt hätte ich das Ding auch mitgenommen, aber bei 300 bis 400 Euro wäre ich dran vorbeigelaufen", gesteht er und überreicht den Freunden die Händlerkarte.

"Eine absolute Sensation!"

Im Händlerraum ist Kunsthändler Markus Wildhagen gleich ganz angetan. "Ich mag Fornasetti-Sachen sehr gerne. Ich habe sogar meinem Sohn gerade was geschenkt von Fornasetti. Ich finde, das ist ein ganz tolles Design und einer der bedeutendsten Designer des 20. Jahrhunderts", schwärmt er und bietet 150 Euro für das Objekt.

Die Gebote steigen allerdings rasant, weil fast alle Händler an dem Designerstück interessiert sind. Als Schmuckhändlerin Susanne Steiger 700 Euro bietet, hakt Walter "Waldi" Lehnertz entgeistert nach: "Also ihr wisst schon, dass das nur ein Kübel ist?" Das beeindruckt seine Kollegen aber nicht, und Auktionator Christian Vechtel macht mit 1.000 Euro weiter. "Verraten Sie uns, was Sie bezahlt haben?", fragt er die Freunde. "Nein", entgegnen beide lachend.

Schließlich erhöht Kunsthändler Daniel Meyer noch auf 1.350 Euro. "Also ich hab' ja echt gedacht, ich bin verrückt, aber ihr habt heute die Spitze", wirft Lehnertz fassungslos ein. "Du musst auch Qualität erkennen können", kontert Vechtel und bietet schließlich noch 1.550 Euro. Den Zuschlag bekommt aber Wildhagen für 1.600 Euro. "Unfassbar!", findet Lehnertz.

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"Ja, Markus, Wahnsinn! 1.600 Euro. Der Zustand ist einfach das Entscheidende bei dem Ding", sagt Vechtel und gratuliert seinem Kontrahenten zu dem Kauf. "Eine absolute Sensation!", freut sich Wildhagen. Die Verkäufer können ihr Glück dagegen kaum fassen. "Ich kann noch nicht wirklich reden, mir zittert noch die Zunge!", gesteht Bartsch. Eichinger kann sich da nur anschließen: "Ich bin selten sprachlos, im Moment bin ich es aber auch."

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