Erfolgreicher Start der Ariane 6: Neues Kapitel in der Raumfahrt

5 Tage vor

Ariane 6 Start - Figure 1
Foto WESER-KURIER

Erfolgreicher Start der Ariane 6: Ein neues Kapitel in der Raumfahrt beginnt. Mit vierjähriger Verspätung hebt die europäische Trägerrakete ab. Ein großer Moment für alle Beteiligten.

Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 startet am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana erstmals in den Weltraum. M. Pédoussaut/ESA/DPA

Es ist echte Präzisionsarbeit. 300 Millisekunden vor dem Start um 21 Uhr im Weltraumzentrum in Kourou in Französisch-Guayana wurden die Tanksysteme zurückgezogen. Auf der Starttrampe herrscht extreme Hitze. Dann übernehmen die beiden Booster der Ariana 6 die Arbeit und katapultieren die neue europäische Trägerrakete in den Weltraum. Ein Bilderbuchstart, der am Dienstagabend in der Bremischen Landesvertretung gefeiert wurde. Staatsrat Kai Stührenberg – Senatorin Kristina Vogt war beim Start in Kourou – wies auf die vierjährige Verspätung hin, mit der die Ariane 6 abheben konnte: "Was heute hier passiert, ist für alle, die daran beteiligt waren, ein großer Moment." Wenn sich vorstellt, das irgendetwas mit 26 Millionen Pferdestärken nach oben geschossen wird, ist wirklich faszinierend."

Ariane 6 Start - Figure 2
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"In dieser Rakete steckt ganz viel europäisches Herzblut", sagte die Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Sarah Ryglewski. Nicht ohne Grund: 600 Unternhemen aus 13 Nationen waren am Bau beteiligt. Zunächst war ganz viel Frankreich an der Reihe. Nach etwa acht Minuten wurde dann in etwa 400 Kilometern Höhe die Oberstufe der Rakete abgetrennt, die in Bremen gebaut wird.

Die Ariane 6 ist das Nachfolgemodell der Ariane 5, die von 1996 bis Sommer 2023 im Einsatz war. Sie soll Satelliten für kommerzielle und öffentliche Auftraggeber ins All befördern und ist deutlich günstiger als ihre Vorgängerin. Für den Chef der europäischen Raumfahrtagentur, Josef Aschbacher, markiert die Ariane 6 eine neue Ära der autonomen und vielseitigen Raumfahrt. Die Rakete kann Satelliten in verschiedene Umlaufbahnen ausliefern. Sie kann mit zwei oder vier Boostern (Antriebsraketen) ausgestattet werden und Satelliten mit einem Gesamtgewicht von 11,5 Tonnen ins All bringen. Bei Satelliten mit niedriger Erdumlaufbahn sind sogar bis zu 21,6 Tonnen Gesamtgewicht möglich.

Die Esa plant, die Rakete, die bis Mitte der 2030er Jahre nutzen. Noch vor Ende des Jahres soll die Ariane 6 erstmals kommerziell starten. Deutschland ist nach Frankreich mit rund 20 Prozent der wichtigste Geldgeber für die Ariane 6 unter den Esa-Ländern.

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