WM-Sensationssieg gegen Argentinien: Saudi-Arabien feiert ...

WM-Sensationssieg gegen Argentinien: Saudi-Arabien feiert ...
Das 2:1 Saudi-Arabiens gegen Argentinien gehört zu den größten Überraschungen der WM-Geschichte. Saudi-arabische Medien jubeln, König Salman reagierte.

Saudi-Arabien hat den 2:1-Sensationssieg gegen Argentinien zum Auftakt der WM 2022 euphorisch gefeiert. König Salman ordnete für Mittwoch einen Feiertag an, wie die staatliche Agentur SPA meldete. Dieser gelte für alle Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und im Privatsektor sowie für alle Schüler und Studenten in dem islamischen Königreich. Der saudi-arabische Erfolg reiht sich ein in die größten Sensationen wie die Siege Algeriens gegen Deutschland 1982, Nordkoreas gegen Italien 1966 und den der USA 1950 gegen England.

Saudi-arabische Medien bejubelten am Dienstag einen »historischen Sieg« und ein »Heldenepos«. Besonders gefeiert wurde Torwart Mohammed Al-Owais der mit seinen Paraden den Sieg gegen den haushohen Favoriten gesichert habe. »Tausend, tausend Glückwünsche, ihr Helden«, schrieb der saudische Sportminister Abdulaziz Bin Turki Al Faisal auf Twitter. Der Chef der saudischen Unterhaltungsbehörde, der einflussreiche Sportfunktionär Turki al-Sheikh, gab den Eintritt zu drei Vergnügungsparks frei, um den Sieg zu feiern.

Fotos des saudi-arabischen Senders Al-Ekhbariya zeigten, wie auch der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman den Erfolg vor dem Fernseher feierte. »Ganz Saudi-Arabien feiert den Sieg der Grünen über Argentinien« titelte der Sender und interviewte begeisterte Fans.

Auch in anderen arabischen Ländern löste der saudische Erfolg Freude aus. Der Kommentator des in Katar ansässigen Sportsenders Bein Sports fieberte in den letzten Momenten der rund 14-minütigen Nachspielzeit aufgeregt dem Ende entgegen. »Wo bleibt der Schlusspfiff?«, flehte er den slowenischen Schiedsrichter Slavko Vinčićan an.

Als dieser ertönte, brüllte er ein lang gezogenes »Allaaaaaaahhhhhhhh« ins Mikro. Ähnlich euphorisch hatte er schon den 2:1-Führungstreffer der Saudis gefeiert. »Das ist im wahrsten Sinne des Wortes völlig verrückt«, rief er.

Politisches Kapital geschlagen aus dem Erfolg

Anhänger des saudischen Königshauses versuchten zugleich, den Erfolg politisch auszuschlachten. Sie verwiesen darauf, dass Kronprinz Mohammed beim Empfang des Teams vor der WM keinen Druck aufgebaut und so den Weg für den Erfolg bereitet habe. Der Thronfolger, Sohn des Königs Salman, ist der eigentliche starke Mann in Saudi-Arabien.

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