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Affenpocken-Virus in Großbritannien nachgewiesen

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat Fälle des sogenannten Affenpocken-Virus bestätigt. Wie gefährlich ist das Virus? Droht die nächste Seuche?

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11. Juni 2021 - 13:43 Uhr

Affenpocken-Virus in Großbritannien aufgetreten

Während Großbritannien aktuell gegen die Delta-Variante des Coronavirus und einer möglicherweise daraus resultierenden vierten Welle ankämpft, berichtet die britische Tageszeitung "Mirror" über den Ausbruch einer weiteren Seuche: Demnach hat der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag Fälle des sogenannten Affenpocken-Virus bestätigt. Wie gefährlich ist das Virus?

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Eine der Personen werde isoliert in einem Krankenhaus behandelt

Zwei Menschen sind in Wales an den sogenannten Affenpocken erkrankt. Die beiden Infizierten stammen aus demselben Haushalt. Es wird davon ausgegangen, dass sich eine Person im Ausland mit dem Virus angesteckt hat und dieses an die zweite Person weitergegeben hat. Eine der Personen werde isoliert in einem Krankenhaus behandelt.

Richard Firth von der walisischen Gesundheitsbehörde versucht aber zu beruhigen. "Bestätigte Fälle von Affenpocken sind in Großbritannien ein seltenes Ereignis, das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist aber sehr gering. Es wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um die Möglichkeit einer weiteren Ansteckung zu verringern", sagte er gegenüber "Mirror".

Was sind Affenpocken?

Bei Affenpocken handelt es sich um eine Zooonose. Das heißt, das Virus wird vom Tier auf den Menschen übertragen. Menschen können sich aber auch untereinander anstecken und das Virus somit weitergeben. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Dabei sind die Affenpocken jedoch deutlich weniger infektiös als die Grippe beispielsweise.

Die Infektion beginnt zunächst oft mit einem Ausschlag. Kurz darauf bilden sich rote Flecken, die sich über den gesamten Körper ausbreiten und zu roten, mit Flüssigkeit gefüllten Beulen werden. Diese werden oft von grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Erschöpfung und geschwollenen Drüsen begleitet.

Nager sind die häufigsten Überträger der Affenpocken

Der Name Affenpocken täuscht: Denn nicht nur Primaten, sondern vor allem Nagetiere wie Ratten in Zentral- und Westafrika tragen den Erreger in sich. Die Übertragung der Krankheit laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrenzt. Bislang wurde sie in nur 15 Ländern nachgewiesen.

Und auch Mediziner Dr. Christoph Specht betont: "Humane Affenpocken sind in der Krankheitsausprägung und auch in ihrer Art der Übertragung nicht Corona. Corona ist durch Aerosole stark übertragbar und kann viele Menschen schnell infizieren. Das ist bei Affenpocken nicht so."

Wie kann ich mich vor Affenpocken schützen?

Specht geht davon aus, dass eine Pocken-Impfung auch zuverlässig vor Affenpocken schützt, obwohl beide nicht direkt miteinander verwandt sind: "Wer gegen Pocken geimpft ist, erkrankt nicht. Da die Pocken-Impfung Anfang der 1980er-Jahre eingestellt wurde, erkranken meist Kinder oder junge Menschen daran". Die Wahrscheinlichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei gering. "Regionale Ausbrüche mit mehreren Fällen hat es immer gegeben", so der Experte weiter. (nri)

Lesetipp: Zoonosen: Fehlt der Wald - kommen die Krankheiten

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