777 Partners: Lars Windhorst präsentiert neuen Investor für Hertha ...

Die US-Firma 777 Partners will Lars Windhorst seine Anteile an dem Bundesligisten Hertha BSC abkaufen. Das Unternehmen ist im Profifußball kein Unbekannter ...
777 Partners Lars Windhorst präsentiert neuen Investor für Hertha BSC

Die US-Firma 777 Partners will Lars Windhorst seine Anteile an dem Bundesligisten Hertha BSC abkaufen. Das Unternehmen ist im Profifußball kein Unbekannter und hat in den vergangenen Jahren in mehrere Klubs investiert.

24.11.2022, 14.55 Uhr

Lars Windhorst: Der Investor hatte am Mittwoch den Verkauf seiner Anteile angekündigt

Lars Windhorst: Der Investor hatte am Mittwoch den Verkauf seiner Anteile angekündigt

Foto:

Soeren Stache / dpa

Der Investor Lars Windhorsts (46) will seine Anteile an dem Fußball-Bundesligisten Hertha BSC an das Unternehmen 777 Partners mit Sitz in Miami veräußern. "777 Partners, ein strategischer Investor in Fußballklubs weltweit, und die Tennor Holding haben vereinbart, dass 777 Partners die Tennor-Anteile in Höhe von 64,7 Prozent an der Hertha BSC übernehmen wird", teilte Tennor mit. Über die Verkaufssumme wurde nichts bekannt.

"Wir freuen uns sehr, mit der Übernahme der Tennor-Anteile Partner und Gesellschafter von Hertha BSC zu werden", sagte Josh Wander (52), Gründer und Hauptgesellschafter von 777 Partners, zu der Übernahme, der Hertha BSC noch zustimmen muss.

Der Verein hat ein Vorkaufsrecht auf die Anteile, die Windhorst seit 2019 für insgesamt 374 Millionen Euro erworben hatte. Zudem könnte Hertha ein Veto einlegen, falls der neue Investor nicht die Werte des Vereins erfüllt. Hertha hatte sich bereits am Mittwoch erfreut über die Entwicklung gezeigt. "Alles Weitere wird nun entsprechend unserer Vereinbarung behandelt", hieß es da.

Windhorst hatte am Mittwoch den Verkauf seiner Anteile angekündigt, aber noch keinen Käufer genannt. "Der Verkauf an 777 Partners ist eine hervorragende Lösung, und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Tennor-CEO Windhorst nun. "Wir geben unsere Hertha-Anteile an einen international bekannten Fußball Investor mit einer langen Erfahrung. Hertha BSC kann von diesem neuen Gesellschafter sehr profitieren. Er bringt nicht nur wirtschaftliche Stärke ein, sondern auch viel professionelle Erfahrung und ein eindrucksvolles Netzwerk von internationalen Fußballklubs."

Zum Portfolio gehört auch der FC Sevilla

Das in Miami ansässige Unternehmen ist in den Bereichen Sport, Media, Entertainment sowie Versicherungen und Luftfahrt tätig. Seit September 2021 investiert 777 Partners weltweit verstärkt in Fußballvereine von der ersten bis zur dritten Liga. Zum Portfolio gehören der spanische Erstligist FC Sevilla, der italienische Zweitligist CFC Genua sowie Vasco da Gama aus Brasilien, Standard Lüttich aus Belgien, Red Star Paris aus Frankreich und Melbourne Victory aus Australien. Zudem ist der Investor an der britischen Basketball-Liga sowie dem Klub London Lions beteiligt.

Seit 2015 wird 777 Partners von den Mitgründern Steven Pasko und Josh Wander geführt. Pasko war zuvor unter anderem Managing Director bei der New Yorker Investmentbank Bankers Trust, Wander ist ein Experte für Finanzprodukte. Leiter der Fußball-Abteilung ist seit Ende Mai 2022 Don Dransfeld, der zuvor als strategischer Direktor beim englischen Erstligisten Manchester City unter anderem auch für die Übernahme anderer Vereine weltweit tätig war.

Wachsender Trend

Der Deal ist auch das jüngste Beispiel für den wachsenden Trend zum gleichzeitigen Investment in mehrere Vereine, der sich in der Fußball-Welt ausbreitet. Befürworter des sogenannten Multiklub-Modells verweisen laut einem Bloomberg-Bericht  auf Kostensynergien und das Potenzial, lukrativere Sponsoringverträge abzuschließen. Die Kritiker sagen dagegen, es ersticke den Wettbewerb und schaffe Zubringerteams ohne echte Erfolgsaussichten.

"Wir glauben, dass das Multiklub-Modell jedem einzelnen der betroffenen Klubs einen Mehrwert bringen kann und es ihnen ermöglicht, bestimmte Ziele zu erreichen", hatte 777-Mitgründer Wander der französischen Sportzeitung "L'Equipe" nach der Übernahme des Drittligisten Red Star Paris gesagt. "Es gibt Ressourcen auf Gruppenebene, und diese Ressourcen, die von unserer Holding bereitgestellt werden, eröffnen Klubs neue Möglichkeiten."

Windhorst war mit seinem Unternehmen Tennor 2019 beim Hauptstadtclub Hertha BSC eingestiegen und wollte mit seinem Investment Hertha national wie international auf einen erfolgreichen Weg bringen. Nach einem Streit mit der Hertha-Führung hatte Windhorst dann aber im Oktober angeboten, seine Anteile an dem Verein zu verkaufen.

Ähnliche Nachrichten
Die beliebtesten Nachrichten der Woche